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Biografie
Schmidt studierte Nationalökonomie in Münster, München und Köln. Nach einer Tätigkeit bei der Düsseldorfer Lokalzeitung „Der Mittag“ verfasste er 1968 bis 2003 als Tanzkritiker hunderte Artikel für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ und „Die Welt“, für Rundfunksendungen und Tanzmagazine wie „ballettanz“ (heute „tanz“) und „Theater heute“. Er machte Daniel Goldin, Reinhild Hoffmann, Johann Kresnik, Susanne Linke, Henrietta Horn und Martin Schläpfer bei einer überregionalen Leserschaft bekannt und berichtete über außereuropäischen Tanz in Kanada, Japan, Indien und Taiwan. Er schrieb über Chandralekha und die von ihm besonders geschätzte Gruppe des taiwanesischen Choreografen Lin-Hwai-Min. Für das deutsche Fernsehen konzipierte er Filme über Choreografen des Deutschen Tanztheaters wie zum Beispiel Kurt Jooss. Schmidt war Mitbegründer der „Mülheimer Theatertage“ und der „World Dance Alliance“. Von 1984 gründete und leitete er das Internationale Tanzfestival Nordrhein-Westfalen, das er bis 1994 auch leitete und in dessen Rahmen er bedeutende Ensembles des zeitgenössischen Tanzes präsentierte. Schmidt publizierte Aufsätze über „Das Ballett und die Künste“, Gerhard Bohner und andere, Bücher über die Begründerin des „Modernen Tanzes“, Isadora Duncan, über das „Tanztheater“, und schließlich wagte er sich an ein eine Zusammenfassung seines Wissens in einem Überblickswerk zum Tanz des 20. Jahrhunderts, in dem er zu dem Schluss kommt, dass das 20. Jahrhundert eines der Choreografen und nicht eines der Tänzer war. Als einflussreicher Tanzkritiker war Jochen Schmidt einer der ersten, der in den 1980er Jahren über Pina Bausch und das deutsche Tanztheater im Sinne von Plädoyers für die Freiheit des Körpers und des Geistes verfasste. Schmidt schrieb auch ein Buch über Kriminalgeschichten („Gangster, Opfer, Detektive) und war Mitglied der Jury zur Krimibestenliste. (Gabriele Wittmann/Nele Lipp)Lebensstationen
- 1936
Geburt in Borken
Jochen Schmidt wird in Borken geboren.
- 1968
Tanzkritik
Beginn seiner langjährigen Tätigkeit als Tanzkritiker für Zeitungen, Rundfunk und Fachzeitschriften.
- 1984
Tanzfestival NRW
Gründung und Leitung des Internationalen Tanzfestivals Nordrhein-Westfalen bis 1994.
- 2010
Tod in Düsseldorf
Jochen Schmidt stirbt in Düsseldorf.
Literatur und Weblinks
- Schmidt, Jochen: „Tanzgeschichte des 20. Jahrhunderts in einem Band. Mit 1001 Choreographenportraits“, Berlin 2002.
- Schmidt, Jochen: „Ich sehe Amerika tanzen“ über Isadora Duncan, …2000.
- Schmidt, Jochen: „Tanzen gegen die Angst“ über Pina Bausch, München 1998/2002.
- Schmidt, Jochen: Tanztheater in Deutschland“, München 1992.
- Schmidt, Jochen / Dyroff, Hans-Dieter (Hg.): „Tanzkultur in der Bundesrepublik Deutschland: zu Überlieferung und aktueller Situation“ [Dt. UNESCO-Kommission], Bonn 1990.
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