65Choreografien
9Filme
31Videosequenzen
5Archivbilder
Biografie
Bohner einer der Pioniere des Deutschen Tanztheaters, erhielt 1954 bis 1958 eine Ausbildung in klassischem Tanz in Karlsruhe und nahm anschließend Unterricht bei Mary Wigman in Berlin. Nach ersten Engagements in Mannheim und Frankfurt / Main tanzte er 1961 bis 1971 bei Tatjana Gsovsky im Ballett der Deutschen Oper Berlin, ab 1964 als Solist. Von 1972 bis 1975 leitete er das Darmstädter Tanztheater, dann eine Zeit lang freischaffend und 1978 bis 1981 – gemeinsam mit Reinhild Hoffmann – das Bremer Tanztheater. Danach arbeitete er bis zu seinem Tod freiberuflich in Berlin. 1964 bis 1989 schuf er an der dortigen Akademie der Künste, die zu seinem wichtigsten Förderer wurde, 22 Choreografien. Bohner widmete sich der systematischen Erforschung der Beziehungen von Körper und Raum. Er konfrontierte Gedanken über Geometrie und Mechanik mit Körper-Realitäten. Ihn interessierte dabei das Gebiet des Zwischenraums, der dem Körper seine Gesetze aufdrückt, und dass der Tänzerpersönlichkeit mit ihrem von besonderer Geschichte geprägten Individualkörper. Natur und Geist, Persönlichkeit und Abstraktion interessieren ihn in ihren Gegensätzlichkeiten oder dem Gemeinsamen. Er arbeitete choreografisch gern mit Objekten, wie zum Beispiel Schläuchen von Autoreifen, Lichtleisten oder einer Gliederpuppe. Bohner kooperierte mit Künstlern wie Timm Ulrichs, Ansgar Nierhoff, Axel Manthey, Vera Röhm, Robert Schad und Paul Uwe Dreyer oder bezog sich auf deren Arbeiten wie in „Bilder einer Ausstellung“ auf Josef Beuys und in seiner Rekonstruktion des „Triadischen Balletts“ von 1977 auf Oskar Schlemmer und dessen Aufführung des Stückes auf der Bauhausbühne (1924). Bohner interessierte, dass Schlemmer und seine Kollegen am Bauhaus die Bühnenarbeit von literarischen Einflüssen gelöst und ihr „Theater der Tänzer“ (W. Gropius) in eine Gesamtkonzeption der visuellen Künste gestellt hatten. Auch Choreografien wie „Frustration – Aggression“ und „Spannen-Abschlaffen“, die Paarbeziehungen zum Thema machten und „Die Folterungen der Beatrice Cenci“, die Zwänge und Disziplinierungen thematisierten, machten Bohner bekannt. Es tanzten bei ihm zum Beispiel Sylvia Kesselheim und Marion Cito. Als einer der wenigen Choreografen, die im Nachkriegsdeutschland noch auf die Vorzüge des deutschen Expressionismus vertrauten, kreuzte der Choreograf Gerhard Bohner diesen mit der klassischen Ausbildung, indem er Ausdruck und Form miteinander verband. Zweimal erhielt Bohner den Deutschen Kritikerpreis. Susanne Linke und Urs Dietrich nahmen in ihren Arbeiten Bezug auf Bohner. Cesc Gelabert und das „steptext dance projekt“ widmeten sich Neueinstudierungen seiner Arbeiten. Er war der Mentor des Tänzerduos „Rubato“ (Jutta Hell und Dieter Baumann), das seine Choreografien mehrfach wieder aufnahm. Sie alle hielten das Andenken an ihn weiter lebendig. [https://archiv.adk.de/bigobjekt/4810 Gerhard-Bohner-Archiv in der Akademie der Künste] abgerufen am 28.12.2022 (Gabriele Wittmann/Nele Lipp)Lebensstationen
- 1936
Geburt in Karlsruhe
Gerhard Bohner wird in Karlsruhe geboren.
- 1954–1958
Ausbildung in klassischem Tanz
Ausbildung in Karlsruhe; anschließend Unterricht bei Mary Wigman in Berlin.
- 1961–1971
Deutsche Oper Berlin
Engagement im Ballett der Deutschen Oper Berlin, ab 1964 als Solist.
- 1972–1975
Leitung des Darmstädter Tanztheaters
Leitet das Darmstädter Tanztheater.
- 1977
Rekonstruktion des Triadischen Balletts
Erarbeitet eine Rekonstruktion von Oskar Schlemmers Bühnenwerk.
- 1978–1981
Bremer Tanztheater
Leitet gemeinsam mit Reinhild Hoffmann das Bremer Tanztheater.
- 1992
Tod in Berlin
Gerhard Bohner stirbt in Berlin.
Choreografien
- 1991 SOS (Gerhard Bohner)
- 1990 Angst und Geometrie (Gerhard Bohner)
- 1989 Im goldenen Schnitt II (Gerhard Bohner)
- 1989 Im goldenen Schnitt III (Gerhard Bohner)
- 1989 Im goldenen Schnitt I (Gerhard Bohner)
- 1988 Zwei leben, zwei Leben (Gerhard Bohner)
- 1986 Abstrakte Tänze (Gerhard Bohner)
- 1985 Rot und Blau (Gerhard Bohner)
- 1984 Kometentanz (Gerhard Bohner)
- 1984 Présence – Heute (Gerhard Bohner)
- 1983 Schwarz Weiß Zeigen (Gerhard Bohner)
- 1981 Bilder einer Ausstellung (Gerhard Bohner)
- 1980 Zwei Giraffen tanzen Tango (Gerhard Bohner)
- 1979 Die Dinge in meiner Hand (Gerhard Bohner)
- 1979 Wieland – Ein Heldenleben (Gerhard Bohner)
- 1978 Café Müller (Gerhard Bohner)
- 1977 Das Triadische Ballett (Rekonstruktion) (Gerhard Bohner)
- 1977 Oskar Schlemmer und Tanz (Gerhard Bohner)
- 1976 Unterwegs (Gerhard Bohner)
- 1975 Sonntage (Gerhard Bohner)
- 1975 Machen = Machtlos (Gerhard Bohner)
- 1974 La Création du Monde (Gerhard Bohner)
- 1974 Zwei Bauhaustänze (Gerhard Bohner)
- 1974 Programm (Gerhard Bohner)
- 1974 Reifentanz (Oskar Schlemmer)
- 1974 Ballett ohne Titel (Gerhard Bohner)
- 1974 Der wunderbare Mandarin (Gerhard Bohner)
- 1974 Stäbetanz (Oskar Schlemmer)
- 1973 Solo für Roswitha (Gerhard Bohner)
- 1973 Heterozygot (Gerhard Bohner)
- 1973 Bohor (Gerhard Bohner)
- 1973 Inseln (Gerhard Bohner)
- 1973 Variationen über ein Thema von heute (Gerhard Bohner)
- 1972 Lilith (Gerhard Bohner)
- 1972 Nummernballett (Gerhard Bohner)
- 1972 Présence (Gerhard Bohner)
- 1971 Die Folterungen der Beatrice Cenci (Gerhard Bohner)
- 1971 Machen = Opfern (Gerhard Bohner)
- 1971 Malade imaginaire (Gerhard Bohner)
- 1971 Duo I; Duo III (Gerhard Bohner)
- 1971 Und so weiter (Gerhard Bohner)
- 1970 Sehschule (Gerhard Bohner)
- 1969 Die Erde war wild und leer (Gerhard Bohner)
- 1969 Memento (Gerhard Bohner)
- 1969 Sylvia frustriert (Gerhard Bohner)
- 1969 Frustration – Aggression (Sylvia frustriert) (Gerhard Bohner)
- 1969 Spannen-Abschlaffen (Gerhard Bohner)
- 1969 Szenen von Liebe und Tod (Gerhard Bohner)
- 1968 Pas de quatre (Gerhard Bohner)
- 1968 Pas de Deux/ Silvia frustriert/ Spannen-Abschlaffe (Gerhard Bohner)
- 1968 Dreivierteltragödie (Gerhard Bohner)
- 1968 Tratto (Gerhard Bohner)
- 1968 Mensch und Kunstfigur (Gerhard Bohner)
- 1968 Quartett auf das Ende der Zeit (Gerhard Bohner)
- 1968 Sience Fiction Story (Gerhard Bohner)
- 1967 Der Wolf (Gerhard Bohner)
- 1967 Die großen Liebenden (Gerhard Bohner)
- 1967 Elf deutsche Tänze (Gerhard Bohner)
- 1967 Der Wolf (Gerhard Bohner)
- 1966 Zwei Sonaten (Gerhard Bohner)
- 1966 Varietas (Gerhard Bohner)
- 1964 Fünf Stücke und Glocken (Gerhard Bohner)
- 1964 Profane Legende (Gerhard Bohner)
- 1964 Rossiniana (Gerhard Bohner)
- 1964 Versuch Material zu finden (Gerhard Bohner)
Filme und Dokumente
Tanzender Stahl
2022
Beweg-Gründe (arte)
2001
Bewegte Spuren
2001
Tanztheater heute
1998
3. Tele-Tanzjournal
1997
1. Tele-Tanzjournal
1994
Gerhard Bohner und TanzTheaterGeschichte
1991
Gerhard Bohner: Tänzer und Choreograph
1984
Wie lange noch sterbender Schwan?
1972
Archivbilder




Literatur und Weblinks
- Hertling, Nele et. al.: Gerhard Bohner. Tänzer und Choreograf, Berlin 1991.
- Bittner, Klaus / Weigelt, Gert (Fotos): Gerhard Bohner, Choreograf und Tänzer, Berlin 1997.
- Schlicher, Susanne: TanzTheater. Traditionen und Freiheiten, Pina Bausch, Gerhard Bohner, Reinhild Hoffmann, Hans Kresnik, Susanne Linke, Reinbek 1996.
- Stück, Norbert: Die Abstrakten. Oskar Schlemmer und Gerhard Bohner. Das Triadische Ballett, Berlin 2019.
- ballettanz, 10/03, S. 25-27.
Diese Seite enthält aus urheberrechtlichen Gründen nur eine kleine oder keine Auswahl an Videos.
Der vollständige Beitrag ist nach einer Registrierung im Mediawiki zu sehen.


