Dieter Baumann

Personen · Tanzlexikon

Dieter Baumann

Choreograf; Tänzer

*1954; Schwenningen (Deutschland) Rubato

Baumann lernte zunächst Kunstradfahren und Artistik.

60Choreografien
5Filme
17Videosequenzen
8Archivbilder

Biografie

Baumann lernte zunächst Kunstradfahren und Artistik. Ab 1974 studierte er Pädagogik und Theaterwissenschaft. 1983 bis 1986 erlernte er, ab 1984 gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin und Arbeitspartnerin, der Tänzerin Jutta Hell, Darstellungsmittel der von Étienne Decroux entwickelten „Mime Corporel“ in Paris, Laban-Bewegungslehre in London und den von Tatsumi Hijikata und Kazuo Ohno begründeten Butoh in Tokio und New York. Auf diesen Studien aufbauend gründete er mit Hell 1985 das Tanztheater Rubato. Es ist eine der wenigen langjährig-selbstständigen freien Gruppen in Berlin. Ihre Themen bewegen sich zwischen Körperforschung und Kommentaren zum politisch-sozialen Umfeld. Rubato bedeutet im Kontext von Musik „durch kleine Tempoverschiebungen zu beleben“. Für Baumann/Hell bedeutete es Reaktion auf die zunehmende Dynamik der Veränderungen und die Frage von Differenz und Wiederholung. In ihrer Themenstellung sind sie zeitweise von Gedanken der französischen Philosophen Gilles Deleuze und Michel Foucault und des Choreografen Gerhard Bohner geprägt. Durch sie wurden ihre Choreografien weniger theatralisch, dafür aber schlichter und minimalistischer. 1990 bis 1992 arbeitete Bohner als Mentor für Baumann / Hell, was im Erhalt des Förderpreises für Darstellende Künste der “Akademie der Künste, Berlin“ gipfelte. In seinem von Hell 2008 inszenierten Solo „zukunft_erinnern_reloaded“, das neben und gegen das projizierte Videofragment eines Bohner-Solos getanzt wurde, nutzten Baumann/Hell 2008 dieses Erbe in einer Hommage an den Tänzerkollegen. 2018, mit dem Tanzfonds Erbe Projekt „SOS_Gerhard Bohner_Tanzcompagnie Rubato“ erinnerten sie noch einmal an ihren Mentor und Kollegen. Mit ihrer Tanzcompagnie Rubato schufen sie im Geiste Bohners Arbeiten wie 1999 „Kiss me here. The brutality of facts“, das sich auf den Maler Franzis Bacon bezog. Sie bezeichneten ihre „Figures in a Landscape“ als lebendige Malerei und Skulpturen in beständiger Metamorphose. Sie arbeiteten mehrfach mit Tänzern aus China. Baumann ist daneben als Artist und Jazztänzer tätig und gibt seit 1969 privaten Tanzunterricht. Baumann/Hell schufen fast 60 Stücke. Neben ihren Tourneeaktivitäten leben und arbeiten sie weiterhin in Berlin. [http://tanzforumberlin.de/kuenstler/tanzcompagnie-rubato/ Tanzforum Berlin], abgerufen im 28. Dezember 2022 (Gabriele Wittmann/Nele Lipp)

Lebensstationen

  1. seit 1969

    Privater Tanzunterricht

    Gibt privaten Tanzunterricht.

  2. ab 1974

    Studium

    Studiert Pädagogik und Theaterwissenschaft.

  3. 1983–1986

    Internationale Ausbildung

    Studiert Mime Corporel, Laban-Bewegungslehre und Butoh in Paris, London, Tokio und New York.

  4. 1985

    Gründung des Tanztheater Rubato

    Gründet gemeinsam mit Jutta Hell das Tanztheater Rubato in Berlin.

  5. 1990–1992

    Mentorat durch Gerhard Bohner

    Gerhard Bohner begleitet Baumann und Hell als Mentor.

  6. 1999

    Kiss me here

    Mit Rubato entsteht „Kiss me here. The brutality of facts“.

  7. 2008

    zukunft erinnern reloaded

    Hommage an Gerhard Bohner, inszeniert von Jutta Hell.

  8. 2018

    SOS Gerhard Bohner

    Mit dem Tanzfonds-Erbe-Projekt erinnern Rubato und Partner an Gerhard Bohner.

Choreografien

  • 2019 traces_#62 (Jutta Hell, Dieter Baumann)
  • 2018 SOS_Gerhard Bohner_Tanzcompagnie Rubato – Ein Tanzfonds Erbe Projekt (Gerhard Bohner; Einstudierung: Jutta Hell, Dieter Baumann) 2015
  • 2017 Eadweard’s Ear_Muybridge extended_Berliner Edition (Jutta Hell, Dieter Baumann)
  • 2017 Eadweard’s Floss_Rümlinger Editionen (Jutta Hell, Dieter Baumann)
  • 2015 Wiederholung und Differenz_Drei Duette_Ein choreografisches Triptychon (Jutta Hell, Dieter Baumann)
  • 2013 Act (Jutta Hell, Dieter Baumann)
  • 2012 FindeOrte (Jutta Hell, Dieter Baumann)
  • 2011 milk&bread / rice&water (Jutta Hell, Dieter Baumann)
  • 2010 Look at me, I’am Chinese (Jutta Hell, Dieter Baumann)
  • 2009 Tropen (Dieter Baumann, Reinhold Friedl)
  • 2009 Display life (Jutta Hell, Dieter Baumann)
  • 2008 zukunft_erinnern_reloaded (Jutta Hell, Dieter Baumann)
  • 2008 SOS (Gerhard Bohner / Rekonstruktion Jutta Hell, Dieter Baumann)
  • 2007 Born2bewild (Jutta Hell, Dieter Baumann)
  • 2007 Gloria Days (Jutta Hell, Dieter Baumann)
  • 2006 choreographic_video_made in china 2006 (Jutta Hell, Dieter Baumann)
  • 2006 Inside burning (Jutta Hell, Dieter Baumann)
  • 2005 Shanghai Beauty (Dieter Baumann; Jutta Hell)
  • 2005 Eidos_Tao (Jutta Hell, Dieter Baumann)
  • 2005 Herzschritt …dance different – ein Laden in dem Tänze verkauft
  • 2004 America! Question (Dieter Baumann; Jutta Hell)
  • 2003 Women / Faces (Dieter Baumann; Jutta Hell)
  • 2003 Alleine (Dieter Baumann; Jutta Hell)
  • 2003 Banalities / Banalitäten (Dieter Baumann; Jutta Hell)
  • 2003 Zukunft erinnern (Dieter Baumann; Gerhard Bohner; Jutta Hell)
  • 2002 Person to Person (Dieter Baumann; Jutta Hell)
  • 2002 Nische oder das Lokale ist das Universale – Ein Prozess (Dieter Baumann; Jutta Hell)
  • 2002 Links (Dieter Baumann; Jutta Hell)
  • 2001 time is always now (Dieter Baumann; Jutta Hell)
  • 2001 Permanent Dialogues (Dieter Baumann; Jutta Hell)
  • 2000 Bewegung für Bewegung 2 (Neufassung) (Dieter Baumann; Jutta Hell)
  • 2000 hunting (Dieter Baumann; Jutta Hell)
  • 2000 Fication (Dieter Baumann; Jutta Hell)
  • 1999 kiss me here (the brutality of facts) (Dieter Baumann; Jutta Hell)
  • 1998 This is not a lovesong (Dieter Baumann; Jutta Hell)
  • 1998 This is not a lovesong, 2. Teil (Dieter Baumann; Jutta Hell)
  • 1997 Wie der Wind im Ei (Dieter Baumann)
  • 1996 Persona, Persona (Dieter Baumann; Jutta Hell)
  • 1996 Ort 1 (Jutta Hell)
  • 1995 This is not a lovesong, 1. Teil (Dieter Baumann; Jutta Hell)
  • 1995 Fern Blau (Dieter Baumann; Jutta Hell)
  • 1995 Turning World (Dieter Baumann; Jutta Hell)
  • 1995 Fernblau (Dieter Baumann; Jutta Hell)
  • 1994 Bewegung für Bewegung (Dieter Baumann; Jutta Hell)
  • 1994 Hymnen (Dieter Baumann; Jutta Hell)
  • 1993 Stopping Mind (Dieter Baumann; Jutta Hell)
  • 1993 Die Kranichmaske, die bei Nacht strahlt (Dieter Baumann; Jutta Hell)
  • 1992 Gesänge der Nacht (Dieter Baumann; Jutta Hell)
  • 1991 SOS (Gerhard Bohner)
  • 1991 Penta Platz (Dieter Baumann; Jutta Hell)
  • 1990 Ithaka (Dieter Baumann; Jutta Hell)
  • 1989 Bahn frei. Musical projekt (Dieter Baumann; Jutta Hell)
  • 1989 Rabengold-Goldraben (Dieter Baumann; Jutta Hell)
  • 1988 Menschlinge (Dieter Baumann; Jutta Hell)
  • 1987 Dr. No Think (Dieter Baumann; Jutta Hell)
  • 1987 Hochzeiten (Dieter Baumann; Jutta Hell)
  • 1986 Die Menagerie (Dieter Baumann; Jutta Hell)
  • 1986 Berlin, Verwandlungen einer Stadt (Dieter Baumann; Jutta Hell)
  • 1985 Multimedia Dancer / Luftkrieg (Dieter Baumann; Jutta Hell)
  • 1980 A la Jacques (Dieter Baumann; Jürg Burth; Jochen Ulrich)

Filme und Dokumente

Kein Bild

Choreografische Avantgarde: Rubato

2005

Kein Bild

Close-Up on Berlin

1996

Archivbilder

Literatur und Weblinks

    Tanzcompagnie Rubato, Stand Januar 2023

    Diese Seite enthält aus urheberrechtlichen Gründen nur eine kleine oder keine Auswahl an Videos.
    Der vollständige Beitrag ist nach einer Registrierung im Mediawiki zu sehen.