48Choreografien
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1Archivbilder
Biografie
Hoffmann besuchte 1961 bis 1965 eine Schule für Gymnastik und Künstlerischen Tanz in Karlsruhe. 1965 bis 1970 studierte sie Tanz bei Kurt Jooss und Jean Cébron an der „Folkwang Hochschule“ (heute: „Folkwang Universität der Künste“) in Essen. Danach tanzte sie im Ensemble von Johann Kresnik am „Theater Bremen“. 1974 begann sie mit eigenen Choreografien. 1975 bis 1977 leitete gemeinsam mit Susanne Linke das „Folkwang Tanzstudio“. 1977/1978 ging sie ein Jahr nach New York, wo sie Tänze des „Judson Church Theater“ kennen lernte und bei Alwin Nikolais (1910-1993) tanzte. Im folgenden Jahr kehrte sie zurück und leitete, teilweise gemeinsam mit Gerhard Bohner das „Tanztheater“ in Bremen. Beide waren von Arno Wüstenhöfer dorthin geholt worden. Als sie 1977 ihr „Solo mit Sofa“ im langen Abendkleid mit der Husse einer Couch verbunden tanzte, wurde Hoffmann zu einer der bedeutendsten Choreografinnen des deutschen „Tanztheaters“. 1978 bis 1995 wurde ihre Arbeit auch von der Zusammenarbeit mit dem Bühnenbildner Johannes Schütz geprägt. Bis 1986 blieb sie in Bremen, immer auch als Choreographin und mit Tourneen ihrer eigenen Compagnie, dem „Tanztheater Reinhild Hoffmann“. In den 1980er Jahren wurde sie mit vier Produktionen zum damals wichtigsten deutschen Theaterfestival, der Berliner „Theater Reunion“, eingeladen – eine tänzerische Auszeichnung, die damals nur Pina Bausch erhalten hatte. In Ihren Stücken bearbeitet sie psychologische Themen. Ende der 1980er Jahre fasste die Tanzwissenschaftlerin Susanne Schlicher Hoffmanns Arbeit folgendermaßen zusammen: „In fast allen Stücken kehren bestimmte Themen und Motive wieder, ebenso wie sich Bildmotive, szenische Aktionen oder Situationen, zum Teil in ganz anderen inhaltlichen Zusammenhängen wiederholen. Es sind Körperbilder, Tänzerformationen, die oft an religiöse Bildsymbole erinnern – Pietà, Kreuz und (Abendmahl-)Tisch -, die Motive wie Narrenschiff, stummer Schrei, Blindheit zitieren. […] Aus Requisiten, Bildmotiven und szenischen Metaphern ergibt sich so in den Tanzabenden Reinhild Hoffmanns weniger ein thematischer als ikonographischer ‚Zusammenhang, entsteht ein Bilderspiel quer durch ihre Stücke.“ Schlicher 1987, S. 244. 1986 bis 1995 arbeitete sie mit ihrem Ensemble nach Bochum. Sie choreografiert seitdem als freie Choreografin, Opernregisseurin und hatte Gastprofessuren in Gießen, Berlin und Salzburg. 1997 wurde sie zum Mitglied der der „Akademie der Künste Berlin“ (Adk) gewählt. 2007 bis 2015 war sie Stellvertretende Direktorin der Adk Sektion Darstellende Kunst. Hoffmann wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. 1982 mit dem Deutschen Kritikerpreis und 2022 mit dem „Deutschen Tanzpreis“. (Gabriele Wittmann/Nele Lipp)Lebensstationen
- 1961–1965
Ausbildung in Karlsruhe
Ausbildung an einer Schule für Gymnastik und Künstlerischen Tanz.
- 1965–1970
Folkwang Hochschule
Tanzstudium bei Kurt Jooss und Jean Cébron in Essen.
- 1974
Erste Choreografien
Beginn eigener choreografischer Arbeiten.
- 1975–1977
Folkwang Tanzstudio
Leitung des Folkwang Tanzstudios zusammen mit Susanne Linke.
- 1977–1978
New York
Aufenthalt in New York; Begegnung mit dem Judson Church Theater und Arbeit mit Alwin Nikolais.
- 1978–1986
Tanztheater Bremen
Leitung des Tanztheaters in Bremen und Arbeit mit eigener Compagnie.
- 1986–1995
Bochum
Arbeit mit ihrem Ensemble in Bochum.
- 2022
Deutscher Tanzpreis
Auszeichnung mit dem Deutschen Tanzpreis.
Choreografien
- 2016 …und campagne noire de soleil / Schatten Licht
- 2005 Ein Atemzug,- die Odysee (Reinhild Hoffmann)
- 2005 Odysse – ein Atemzug (Reinhild Hoffmann)
- 2005 Das Mädchen aus der Fremde (Reinhild Hoffmann)
- 2004 Im Lot (Reinhild Hoffmann)
- 2003 Ariadne auf Naxos (Reinhild Hoffmann)
- 2002 Begehren (Reinhild Hoffmann)
- 2000 Buio
- 1999 Über Kreuz (Reinhild Hoffmann; Susanne Linke)
- 1997 Cir Mekan (Reinhild Hoffmann)
- 1997 Sir-Mekan (Reinhild Hoffmann)
- 1997 Vor Ort (Reinhild Hoffmann)
- 1996 Idomeneo (Operninszenierung, Bühne Schütz)
- 1995 Folias (Reinhild Hoffmann)
- 1994 Denn ein für alle mal ist´s Orpheus wenn es singt (Reinhild Hoffmann)
- 1993 Zeche Zwei (Reinhild Hoffmann)
- 1992 Zeche Eins (Reinhild Hoffmann)
- 1992 Vier (Reinhild Hoffmann)
- 1992 Vier
- 1991 Tanzabend II (Reinhild Hoffmann)
- 1990 Hof I (Reinhild Hoffmann; Valentin Jeker)
- 1989 Ich schenk mein Herz (Reinhild Hoffmann)
- 1988 Von einem, der auszog … (Reinhild Hoffmann)
- 1988 Horatier (Reinhild Hoffmann)
- 1987 Machandel (Reinhild Hoffmann)
- 1986 Verreist (Reinhild Hoffmann)
- 1985 Föhn (Reinhild Hoffmann)
- 1984 Dido und Äneas (Reinhild Hoffmann)
- 1983 Callas (Reinhild Hoffmann)
- 1982 Pierrot lunaire (Reinhild Hoffmann)
- 1982 Schönberg- Abend (Reinhild Hoffmann)
- 1982 Erwartung (Reinhild Hoffmann)
- 1982 Könige und Königinnen (Reinhild Hoffmann)
- 1980 Steine (Reinhild Hoffmann)
- 1980 Auch (Reinhild Hoffmann)
- 1980 Bretter (Reinhild Hoffmann)
- 1980 Unkrautgarten (Reinhild Hoffmann)
- 1980 Hochzeit (Reinhild Hoffmann)
- 1979 Fünf Tage, fünf Nächte (Reinhild Hoffmann)
- 1978 Chimära (Reinhild Hoffmann)
- 1977 Clowns (Reinhild Hoffmann)
- 1977 Rouge et noir (Reinhild Hoffmann)
- 1977 Solo mit Sofa (Reinhild Hoffmann)
- 1976 Duett (Reinhild Hoffmann)
- 1976 Solo (Reinhild Hoffmann)
- 1976 Fin al Punto (Reinhild Hoffmann)
- 1975 Trio (Reinhild Hoffmann)
- Solo a deux (Reinhild Hoffmann)
Filme und Dokumente
6. Tele-Tanzjournal
2003
Bewegte Spuren
2001
Beweg-Gründe (arte)
2001
4. Tele-Tanzjournal
2000
Tanztheater heute
1998
3. Tele-Tanzjournal
1997
2. Tele-Tanzjournal
1995
1. Tele-Tanzjournal
1994
Folkwang Tanz
1993
Die Sinnlichkeit des Boxhandschuhs
1987
Föhn
1985
Callas
1984
Solo mit Sofa
1982
Literatur und Weblinks
- Servos, Norbert: Solange man unterwegs ist. Die Tänzerin und Choreographin Reinhild Hoffmann. München 2008.
- Gareis, Sigrid / Schöllhammer, Georg et al. (Hg.) Moments – Eine Geschichte der Performance in 10 Akten, Karlsruhe, 2012.
- Brandstetter, Gabriele. / Hoffmann, Reinhild / Stöckemann, Patricia (Hg.): Callas. Ein Tanzstück von Reinhild Hoffmann 1983 / 2012, Bielefeld 2013.
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