Über das Werk
Choreographie: Rosamund Gilmore, 1984
Der Ort: die Toilette eines schicken Tanzschuppens, mit rotem Überzug zwischen den gekachelten Wänden. Strohballen und Kaninchenstall weisen allerdings daraufhin, dass dies ein sonderbarer Lokus sein dürfte. Und tatsächlich treffen sich hier vom Leben gezeichnete Menschen: vier Frauen und ein Mann im Tschador. Alle träumen von einem ordentlichen, freundlichen Alltag, doch sie sind zerstört, am Leben gescheitert, können nur aggressiv sein. In ihrem Tanztheaterstück “Lokus” aus dem Jahr 1984 dringt Rosamund Gilmore tief in die Absonderlichkeiten menschlicher Existenz und bemüht dazu die ganze Palette dramatischer Ausdrucksmöglichkeiten, inklusive Kreischen, Schreien und Toben. Die Figuren in “Lokus” führen ein Leben ohne Zuneigung und Zärtlichkeit: Der Mann bleibt ein Macho, die wändeschrubbende Frau hat sich in ihre eigene Welt zurückgezogen, eine andere Frau träumt davon, einmal Ballerina zu sein, was ihr für immer versagt sein wird. (Klaus Kieser)
Menschen und Verbindungen
Rosamund Gilmore
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