Über das Werk
Choreographie: William Forsythe. Premiereensemble: The Forsythe Company (Alte Oper Frankfurt), 1990
Zeichnungen des amerikanischen Architekten Daniel Libeskind dienten in „Limb’s Theorem“ von William Forsythe als Vorlage, um Bewegungen zu finden. Schnitte und Auffaltungen machen aus den Linien auf Papier dreidimensionale Figuren, deren Informationen der Tänzer aufnimmt und in seine Bewegungen überträgt. Das hochenergetische choreographische Gebilde, das sich in diesem 1990 uraufgeführten »Lehrsatz über die Gliedmaßen« aufbaut, wird vom Drive der Musik Thom Willems’ weiter vorangetrieben. Bewegte Objekte auf der Bühne, ein mobiles Segel im ersten Teil, auf- und abfahrende Scheinwerfer, eine schwebende Skulptur im dritten Teil (von Michael Simon) und die von William Forsythe selbst entworfene gewellte Wand im „Enemy in the Figure“ benannten Mittelteil von „Limb’s Theorem“ schaffen immer neue Räume. Sie tauchen die bis in den Bühnenhimmel aufgerissene Bühne in ein atmosphärisches Spiel von Licht, Schatten und Dämmer, beleuchten und verschatten Szenen, Duette, Soli. So entsteht aus vielen rasend schnell ausgeführten Einzelaktionen ein pulsierendes Gewebe. (Klaus Kieser)
Menschen und Verbindungen

William Forsythe
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