Egon Madsen

Personen · Tanzlexikon

Egon Madsen

Tänzer; Ballettmeister; Choreograf

*1942; Ringe (Dänemark); Stuttgarter Ballett

25Choreografien
1Filme
0Videosequenzen
1Archivbilder

Biografie

Madsen erhielt Unterrich in den Ballett Klassen von Thea Jolles, Birger Bartholin und Edite Frandsen, stand ab 1957 am „Pantomime Theatre“ in Kopenhagen/Tivoli auf der Bühne und erhielt seine weitere Ausbildung ab 1959 beim „Skandinavischen Ballett / Elsa-Marianne von Rosen“ ausgebildet. 1961 wurde er Mitglied der Kompanie des „Würtembergischen Staatstheaters“ in Stuttgart, wo er zwanzig Jahre lang blieb. Dort schuf der Choreograf John Cranko zahlreiche Rollen für ihn, so in Stücken wie „Carmen“, „Ebony Concerto“, „Quatre Images“, „Poeme de l’Exstase“ und dem humorvollen „Der Widerspenstigen Zähmung“; der Allegroteil „E“ (für Egon) von „R.M.B.E.“ ist eine Hommage an Richard Cragun, Marcia Haydée, Birgit Keil, und Egon Madsen (deren Anfangsbuchstaben der Vornamen den Titel bilden). Als Solist der Stuttgarter Kompanie in den 1960er Jahren war er außerordentlich komisch, als er als Joker in John Crankos „Jeu de Cartes“ auftrat – eine Karikatur en travestie des berühmten Rosenadagios aus Petipas russischem Ballett „Dornröschen“. Der vielseitige und flexible Tänzer tanzte in Kenneth McMillans „Requiem“, in John Neumeiers „Kameliendame“ und als Gasttänzer weltweit, u. a. mit der Kompanie von Nacho Duato in Spanien und mit dem“ Ballet de Santiago de Chile“. 1981 wurde er zum Direktor des „Frankfurt Ballett“ ernannt, wo er William Forsythe inspirierte, seine erste abendfüllende Version von „Gänge“ zu inszenieren. 1984 bis 1986 war er Ballettdirektor des Königlichen Schwedischen Balletts und 1986 bis 1988 des „Teatro Comunale“ in Florenz. 1990 kehrte er als Ballettmeister und stellvertretender Ballettdirektor zum „Stuttgarter Ballett“ zurück. 1997 wurde er Ballettmeister des Leipziger Balletts. 1999 wurde er, auf Einladung von Jiri Kylián, Tänzer am „Nederlands Dans Theater“, dem NDT III in Den Haag, engagiert, 2000 bis 2006 hatte er dort die künstlerische Leitung und seit 2007 arbeitet er frei, fördert er als „Company Coach“ das Tanzensemble „Gautheir Dance“ am „Theaterhaus Stuttgart“ und arbeitet als Ballettmeister. Madsen wurde mit der „John Cranko Medaille“ ausgezeichnet und 2011 erhielt er den „Deutschen Tanzpreis“. (Gabriele Wittmann/Nele Lipp)

Lebensstationen

  1. ab 1957

    Pantomime Theatre Kopenhagen

    Bühnenauftritte am Pantomime Theatre in Kopenhagen/Tivoli.

  2. ab 1959

    Skandinavisches Ballett

    Weitere Ausbildung beim Skandinavischen Ballett von Elsa-Marianne von Rosen.

  3. 1961

    Stuttgarter Ballett

    Mitglied der Kompanie des Württembergischen Staatstheaters Stuttgart.

  4. 1981

    Frankfurt Ballett

    Ernennung zum Direktor des Frankfurt Ballett.

  5. 1984–1986

    Königliches Schwedisches Ballett

    Ballettdirektor des Königlichen Schwedischen Balletts.

  6. 1986–1988

    Teatro Comunale Florenz

    Ballettdirektor des Teatro Comunale in Florenz.

  7. 2000–2006

    Nederlands Dans Theater III

    Künstlerische Leitung des NDT III in Den Haag.

  8. 2011

    Deutscher Tanzpreis

    Auszeichnung mit dem Deutschen Tanzpreis.

Choreografien

  • 2020 Solo: Egon King Madsen Lear (Mauro Bigonzetti)
  • 2019 Franz Joseph I of Austria in: Mayerling (Kenneth McMillan)
  • 2015 Greyhounds
  • 2007 Don Q. (Chor. Christian Spuck)
  • 1978 Armand Duval in: Die Kameliendame (John Neumeier)
  • 1976 Requiem (Kenneth MacMillan)
  • 1975 Geschichte vom Soldaten (Egon Madsen)
  • 1975 Daphnis und Chloe (Glen Tetley)
  • 1972 Initialen R.B.M.E. (E. steht f. Egon, Chor. Cranko)
  • 1971 Don José in: Carmen
  • 1970 Die Jugend in: Poeme de l’extase (John Cranko)
  • 1970 Brouillards (John Cranko)
  • 1970 Poeme de l’extase (John Cranko)
  • 1970 Brouillards (John Cranko)
  • 1969 Gremio in Der Widerspenstigen Zähmung (John Cranko)
  • 1968 The Sphinx (Kenneth MacMillan)
  • 1966 Nussknacker in: Der Nussknacker
  • 1966 Pas de Quatre
  • 1965 Messenger of Death in: Das Lied von der Erde (Kenneth MacMillan)
  • 1965 Joker in: Jeux de Cartes (John Cranko)
  • 1965 Lenski in: Onegin
  • 1965 Das Lied von der Erde (Kenneth MacMillan)
  • 1963 Prinz Siegfried in: Schwanensee
  • 1962 Paris, später auch Romeo in:Romeo und Julia (John Cranko)
  • Suite Nr. 2 (Egon Madsen)

Filme und Dokumente

Literatur und Weblinks

  • Fischer, Dagmar, Ellen: „Egon Madsen: Ein Tanzleben Biografie“, Berlin 2012.

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