John Cranko

Personen · Tanzlexikon

John Cranko

Choreograf · Tänzer · Ballettdirektor

* 1927 in Rustenburg (Südafrika) — † 1973 auf einem Rückflug aus den USA

John Cranko prägte das Stuttgarter Ballett und machte es zu einer international gefeierten Kompanie.

26Choreografien
1Filme
2Videosequenzen
6Archivbilder

Biografie

Cranko erhielt seine Ballettausbildung an der Universität Kapstadt und in London an der „Sadler’s Wells School“ und wurde Mitglied des „Sadler’s Wells Theatre Ballet“, wo er 1946 in der Kompanie tanzte und später zum „Royal Ballet“ wechselte. Ab 1948 entwickelte er sich in England vom Tänzer zum Choreografen, schuf 1957 mit „Der Pagodenprinz“ sein erstes abendfüllendes Ballett und wurde 1961 zum Direktor des Stuttgarter Balletts berufen, dem er, obwohl noch weitgehend unbekannt, mit seinen abendfüllenden Stücken erstaunlich schnell zu nationalem und internationalem Ruhm verhalf.

Cranko gestaltete viele erfolgreiche Spielzeiten in Stuttgart: Angefangen mit kleinen Stücken für Tänzerinnen und Tänzer wie Marcia Haydée, Egon Madsen, Richard Cragun und Birgit Keil wechselte er zu abendfüllenden Balletten wie „Romeo und Julia“, „Onegin“, „Schwanensee“ oder dem humoristischen „Der Widerspenstigen Zähmung“, „Carmen“ und „Spuren“, die rund um den Globus tourten und ab 1969 als „Stuttgarter Ballettwunder“ bezeichnet wurden. Ab 1968 choreographierte er auch für das Ballett der Bayerischen Staatsoper, für London, für das Ballett der Opéra de Paris und für die Metropolitan Opera New York.

Crankos neoklassizistische Handlungsballette haben klare dramatische Strukturen. Sie zeigen seine besondere Meisterschaft in der Choreographie des Pas de deux und sein großes Talent für Lyrik, Komik und psychologisches Feingefühl.

1971 gründete er in Stuttgart die John-Cranko-Schule, eine Ballettschule mit Internat. Heute ist sie die Ballettschule der Württembergischen Staatstheater, Berufsfachschule und Staatliche Ballettakademie. Cranko ermutigte junge Tänzer wie Jiri Kyliàn und John Neumeier, zu choreografieren.

1975 wurde die John-Cranko-Gesellschaft zur Pflege des Wissens über das Ballett und insbesondere über sein Werk gegründet. Sie vergibt in unregelmäßigen Abständen den „John-Cranko-Preis“. Seine Ballette werden in der „Benesh Movement Notation“ aufgezeichnet und von der Ballettmeisterin Georgette Tsinguirides an nachfolgende Tänzergenerationen weitergegeben. (Gabriele Wittmann/Nele Lipp)

Lebensstationen

  1. 1927

    Geburt in Rustenburg

    John Cranko wird am 15. August 1927 in Südafrika geboren.

  2. 1946

    Sadler’s Wells Theatre Ballet

    Er tanzt in der Londoner Kompanie und wechselt später zum Royal Ballet.

  3. 1948

    Beginn als Choreograf

    In England entwickelt er sich vom Tänzer zum Choreografen.

  4. 1957

    Der Pagodenprinz

    Sein erstes abendfüllendes Ballett entsteht.

  5. 1961

    Direktor in Stuttgart

    Cranko wird zum Direktor des Stuttgarter Balletts berufen.

  6. 1969

    Stuttgarter Ballettwunder

    Die internationalen Erfolge der Kompanie werden unter diesem Namen bekannt.

  7. 1971

    John-Cranko-Schule

    Gründung der Ballettschule mit Internat in Stuttgart.

  8. 1973

    Tod auf dem Rückflug

    John Cranko stirbt am 26. Juni 1973 auf einem Rückflug aus den USA.

Ausgewählte Bühnenwerke

Romeo und Julia

1962 Choreografie von John Cranko

Choreografien

  • 1973 Spuren (John Cranko)
  • 1972 Initialen R.B.M.E. (John Cranko)
  • 1971 Carmen (John Cranko)
  • 1970 Brouillards (John Cranko)
  • 1970 Poeme de l’extase (John Cranko)
  • 1969 Der Widerspenstigen Zähmung (John Cranko)
  • 1968 Fragmente (John Cranko)
  • 1968 Begegnungen in drei Farben (John Cranko)
  • 1968 Presence (John Cranko)
  • 1967 Die Befragung (John Cranko)
  • 1966 Konzert für Flöte und Harfe (John Cranko)
  • 1965 Onegin (John Cranko)
  • 1965 Opus 1 (John Cranko)
  • 1965 Jeu de cartes (John Cranko)
  • 1964 Der Feuervogel (John Cranko)
  • 1963 L´Estro Armonico (John Cranko)
  • 1962 Romeo und Julia (John Cranko)
  • 1961 Katalyse (John Cranko)
  • 1959 Antigone (John Cranko)
  • 1957 Der Pagodenprinz (John Cranko)
  • 1954 The Lady and the Fool (John Cranko)
  • 1951 Pineapple Poll (John Cranko)
  • 1951 Harlequin in April (John Cranko)
  • 1942 Geschichte vom Soldaten (John Cranko)
  • Anna Karenina (John Cranko)
  • Rondo (John Cranko)

Filme und Dokumente

Kein Bild

Wie lange noch sterbender Schwan?

1972

Archivbilder

Menschen und Verbindungen

Porträt von Egon Madsen
Tänzer im Stuttgarter Ballett

Egon Madsen

Cranko schuf Rollen für Egon Madsen und prägte dessen Laufbahn.

Porträt von Richard Cragun
Tänzer im Stuttgarter Ballett

Richard Cragun

Richard Cragun gehörte zu den prägenden Tänzern der Kompanie.

Jiří Kylián in einer historischen Filmaufnahme
Tänzer und Choreograf

Jiří Kylián

Cranko ermutigte Jiří Kylián, selbst zu choreografieren.

Porträt von John Neumeier
Tänzer und Choreograf

John Neumeier

Cranko ermutigte John Neumeier, selbst zu choreografieren.

Literatur und Weblinks

  • Aders, Thomas: Seelentanz. John Cranko und das Wunder des Balletts. Books on Demand, Norderstedt 2020. Es erschien im gleichen Jahr in 27 Episoden als Podcast.
  • Haydée, Marcia: John Cranko, Stuttgart 1973.
  • Kilian, Hannes / Geitel, Klaus: John Cranko. Ballett für die Welt. Thorbecke, Sigmaringen 1977.
  • Percival, John: John Cranko. Biographie, Belser, Stuttgart/Zürich 1985.
  • Schmidt, Jochen: „John Cranko“, in ders.: Tanzgeschichte des 20. Jahrhunderts in einem Band mit 101 Choreografenporträts, Berlin 2002, S. 117–119.
  • Wiedmann, Susanne: Georgette Tsinguirides. Ein Leben für John Cranko und das Stuttgarter Ballett, Tübingen 2015.

Homepage der John-Cranko-Gesellschaft

Diese Seite enthält aus urheberrechtlichen Gründen nur eine kleine oder keine Auswahl an Videos.
Der vollständige Beitrag ist nach einer Registrierung im Mediawiki zu sehen.


Weitere Beiträge