44Choreografien
16Filme
50Videosequenzen
1Archivbilder
Biografie
Dietrich studierte zunächst Textil- und Kostümdesign in St. Gallen, nahm dann Unterricht an einer dortigen Ballettschule und studierte von 1981 bis 1985 Tanz an der Folkwang Hochschule (heute: Folkwang Universität der Künste) in Essen und setzte sein Studium ein halbes Jahr in New York fort. Danach kehrte er nach Essen zurück, um im Folkwang Tanzstudio zu tanzen und zu choreografieren. 1988 engagierte ihn Susanne Linke als Tanzpartner für „Affekte“ und „Effekte“ als Ergänzung zu ihrem Dore Hoyer Programm mit fünf Stücken aus Hoyers „Affectos Humanos“ und ab dem selben Jahr arbeitete Dietrich als freischaffender Tänzer und Choreograf. 1994 bis 1996 leitete er zusammen mit seiner Mentorin Linke das „Tanztheater Bremen“ und von 2000 bis 2007 war er dessen Choreograf und Intendant (ohne Linke) der Tanzsparte des Bremer Theaters, dem er bis 2012 verbunden blieb. Seitdem ist er freischaffend tätig, unter anderem von 2015 bis 2018 in Trier und anschließend in Osnabrück. 1995 wurden seine Soli „Da war plötzlich… – Herzkammern“ und „An der Grenze des Tages“ vom Hebbel Theater in Berlin produziert und aufgeführt, 1996 bis 2007 in Bremen. Sein Bewegungsmaterial ist kinästhetisch inspiriert, seine Themen sind zeitkritische Reflexionen und seine Bildsprache verdichtet sich zu einer Poesie des Raumes bzw. des Ortes. In der Tradition des deutschen expressionistischen Ausdruckstanzes und des Tanztheaters choreografiert Dietrich seine Solo- und Gruppenarbeiten, in denen er Tanz, Musik und Film miteinander verbindet. Die Kostüme seiner Tänzerinnen und Tänzer entwirft der studierte Kostümbildner meist selbst. „Anstatt komplizierte ‚Pas de deux‘ zu erklügeln oder an hübschen Gruppenmustern zu tüfteln, beobachtet Dietrich ruhig und genau seine Mitmenschen und seine Umwelt, fragt sich dabei immer wieder aufs Neue: Was ist der Körper? Was bedeuten seine Regeln in unserem Leben und in unserer Gesellschaft? Es geht ihm um den menschlichen Gehalt des Tanzes und nicht um das Entertainment virtuos beherrschter Formspielereien.“ Klaus Witzeling, aus der Laudaio anlässlich der Verleihung des Kurt-Hübner-Preises des Bremer Theaters, Juni 1999) Mit Förderung des Goethe-Instituts tourte Dietrich durch Europa, Asien, Nord- und Südamerika. Dietrich erhielt zahlreiche Preise, darunter bereits 1985 den „Kurt-Jooss-Preis“ der Stadt Essen, 1999 den Kurt-Hübner-Preis und 2004 den „Deutschen Kritikerpreis“.[http://tanzplattform.danceinfo.de/pdf/2002/Portraits/2002_Dietrich.pdf Tanzplattform Deutschland – Urs Dietrich (PDF)] (Gabriele Wittmann/Nele Lipp)Lebensstationen
- 1981–1985
Folkwang Hochschule
Tanzstudium an der Folkwang Hochschule in Essen.
- 1985
Kurt-Jooss-Preis
Auszeichnung mit dem Kurt-Jooss-Preis der Stadt Essen.
- 1988
Zusammenarbeit mit Susanne Linke
Engagement als Tanzpartner für Affekte und Effekte.
- 1994–1996
Tanztheater Bremen
Leitung des Tanztheaters Bremen zusammen mit Susanne Linke.
- 2000–2007
Bremer Theater
Choreograf und Intendant der Tanzsparte des Bremer Theaters.
- 2004
Deutscher Kritikerpreis
Auszeichnung mit dem Deutschen Kritikerpreis.
- 2015–2018
Trier
Freischaffende Tätigkeit in Trier.
Choreografien
- 2022 Über_Uns (Schubert, Górecki)
- 2015 Thalamus (nach einem Text des Tibeters Sogyal Rinpoche)
- 2022 Über_Uns
- 2012 Ein deutsches Requiem
- 2005 Tag.Nacht Urs Dietrich
- 2005 Flacon Urs Dietrich
- 2004 Clip Urs Dietrich
- 2004 KITZ Urs Dietrich
- 2003 Persona Urs Dietrich
- 2003 Chronisch Urs Dietrich
- 2003 Tanz-Dis-tanz Urs Dietrich; Susanne Linke
- 2003 Laren Urs Dietrich
- 2002 ORT.LOS Urs Dietrich
- 2002 Sanguis Urs Dietrich
- 2001 Passionen.Passagen Urs Dietrich
- 2001 Appetit Urs Dietrich
- 2001 Herz.Kammern Urs Dietrich
- 2000 Every.Body Urs Dietrich
- 2000 Versus Urs Dietrich
- 2000 Ein.Dutz.End. Urs Dietrich
- 2000 Ein.Dutz.End. Urs Dietrich
- 1999 P(Elleas) und M(Elisande) Urs Dietrich
- 1999 Sturmgeflüster Urs Dietrich
- 1998 Moment Mal! Urs Dietrich
- 1998 An der Grenze des Tages Urs Dietrich
- 1997 Do Re Mi Fa So LatiTod Urs Dietrich
- 1996 Die Langsamkeit des Augenblicks Urs Dietrich
- 1995 Das kalte Gloria, Fassung II Urs Dietrich
- 1995 ECHO oder die Freundlichkeit des Hundes Urs Dietrich
- 1995 Da war plötzlich … – Herzkammern Urs Dietrich
- 1994 Einmal Elysium – Einfach Urs Dietrich
- 1993 …und der Sommer zog gen Süden Urs Dietrich
- 1993 Dialog mit G.B. [Teil 2] Urs Dietrich
- 1993 Und der Sommer zieht nach Süden Urs Dietrich
- 1992 Onno Urs Dietrich
- 1991 Sanguis Urs Dietrich
- 1990 Effekte Susanne Linke
- 1988 Affekte Urs Dietrich; Susanne Linke
- 1988 Das kalte Gloria Urs Dietrich
- 1987 Affectos humanos Urs Dietrich
- 1984 Hiob Urs Dietrich
- 1981 Flut (Susanne Linke)
- Schlußverkauf Urs Dietrich
- Infini Urs Dietrich
Filme und Dokumente
Tanzender Stahl
2022
Tanz im Film: Flut
2005
Urs Dietrich
2005
Urs Dietrich
2005
Tanz im Film: FLACON
2005
Tanz im Film: CLIP
2004
Urs Dietrich
2004
5. Tele-Tanzjournal
2003
Tanz im Film: Tanz-Dis-tanz
2003
6. Tele-Tanzjournal
2003
Bewegte Spuren
2001
4. Tele-Tanzjournal
2000
Tanztheater heute
1998
2. Tele-Tanzjournal
1995
1. Tele-Tanzjournal
1994
Folkwang Tanz
1993
Literatur und Weblinks
- Dietrich, Urs / Ridha Zouari et. al.: „Eine Choreographie entsteht: Das kalte Gloria“, Essen 1990.
- Landsberg, Jörg: Urs Dietrich und das Bremer Tanztheater, Bremen 2012.
- Rosiny, Claudia: „Urs Dietrich“, in Andreas Kotte: Theaterlexikon der Schweiz, Zürich 2005, S. 467.
- Schmidt, Jochen: „Urs Dietrich“, in ders.: Tanzgeschichte des 20. Jahrhunderts in einem Band, Berlin 2002, S. 329-331.
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