21Choreografien
1Filme
4Videosequenzen
1Archivbilder
Biografie
Laban (eigentlich Rezső Laban de Váralja). studierte Kunst und Tanz in Paris und Wien. 1910 gründete er seine eigene Schule in München. Von 1913 bis 1918 gab er regelmäßig Sommerkurse in der Künstlerkolonie Monte Verità in Italien. Mary Wigman war dort eine seiner Schülerinnen und wurde neben Suzanne Perottet und Katja Wulf zu einer der engsten Mitarbeiterinnen, mit der er in gemeinsamen Bewegungsstudien die Grundlagen seiner Tanztheorie entwickelte, in der Improvisation und individueller Ausdruck zu Ausgangspunkten des Tanzes werden sollten. Er befasste sich mit den Gesetzen des körperlichen Ausdrucks, die er zum Raum in Beziehung setzte. Für Laban konstituierte sich Raum aus Bewegung. Dazu schrieb er in seiner Publikation „Choreutik“: „Die Vorstellung des Raumes als einer Örtlichkeit, in dem Wechsel stattfinden, mag hilfreich sein. Gleichwohl dürfen wir den Ort nicht einfach als leeren, von der Bewegung getrennten Raum ansehen, noch Bewegung als gelegentliches Geschehen, denn: Bewegung ist ein kontinuierlicher Strom innerhalb der Örtlichkeit selbst, und dies ist der fundamentale Aspekt des Raumes. Bewegung ist sozusagen lebendige Architektur – lebendig im Sinne von wechselnden Stellungen, wie auch von wechselnden Zusammenhängen. Diese Architektur wird mit menschlichen Bewegungen geschaffen und setzt sich aus Wegen, die Formen im Raum zeichnen zusammen.“ (Laban, 1920) 1920 gründete er die „Tanzbühne“ in Stuttgart. 1922 zog er nach Hamburg, nachdem er seine „Tannhäuser“-Fassung für das Nationaltheater Mannheim nach Richard Wagners Partitur komponiert hatte. 1930 wurde er zum Ballettdirektor an die „Staatsoper Berlin“ berufen. 1937 / 1938 emigrierte er über Paris nach „Dartington Hall“ in Südengland. Laban wurde mehr durch seine Theorien und seine Pädagogik als durch seine Choreografien bekannt. Er war auf der Suche nach einem „totalen Theater“, in dem Wort, Klang und Tanz miteinander verschmelzen, oft in Räumen außerhalb des Theaters angesiedelt und chorisch in Gruppen von Laien aufgeführt werden. In seinen letzten Lebensjahren studierte er die Bewegungen von Industriearbeitern und psychisch Kranken. Dies war die Grundlage für seine Bewegungsnotation „Kinetographie“,die unter dem Namen „Labannotation“ bekannt ist. Auf sein Lebenswerk aufbauend entstand in den USA die „Laban Movement Analysis“ („Laban-Bewegungsstudien“). (Gabriele Wittmann/Nele Lipp)Lebensstationen
- 1910
Eigene Tanzschule in München
Gründung einer eigenen Schule für Tanz in München.
- 1913–1918
Monte Verità
Sommerkurse in der Künstlerkolonie Monte Verità; Entwicklung der Grundlagen seiner Tanztheorie.
- 1920
Tanzbühne Stuttgart
Gründung der Tanzbühne in Stuttgart.
- 1922
Hamburg
Übersiedlung nach Hamburg nach seiner Tannhäuser-Fassung für Mannheim.
- 1930
Staatsoper Berlin
Berufung zum Ballettdirektor der Staatsoper Berlin.
- 1937–1938
Emigration nach England
Emigration über Paris nach Dartington Hall in Südengland.
Choreografien
- 1928 Die grünen Clowns
- 1927 Ritterballett (Musik Beethoven)
- 1926 Narrenspiegel (Musik F. List)
- 1927 Titan
- 1925 Dämmernde Rhythmen
- 1925 Don Juan (Musik C. W. Gluck)
- 1925 Terpsichore (Musik G. F. Händel)
- 1934 Agamemnons Tod
- 1923 Gaukelei
- 1923 Casanova
- 1923 Lichtwende
- 1922 Schwingende Gestalten
- 1922 Der schwingende Tempel
- 1922 Tannhäuser
- 1921 Die Geblendeten
- 1921 Himmel und Erde
- 1917 Der Spielmann
- 1913 Der Sieg des Opfers
- Die Nacht (Rudolf von Laban)
- Kristall (Rudolf von Laban)
- Marotte (Rudolf von Laban)
Filme und Dokumente
6. Tele-Tanzjournal
2003
Literatur und Weblinks
- Fritz Böhme: „Rudolf von Laban und die Entstehung des Modernen Tanzdramas“, Berlin 1996.
- Bradley, Karen: „Rudolf Laban“, London 2018.
- Doerr, Evelyn: „Rudolf Laban – Die Schrift des Tänzers. Ein Portrait“. Norderstedt 2005.
- Doerr, Evelyn: „Rudolf Laban – Das choreographische Theater“, Norderstedt 2004.
- Doerr, Evelyn: “Rudolf Laban: The Dancer of the Crystal”, Lanham 2007.
- Laban, Rudolf / Vial, Karin et. al.: „Die Kunst der Bewegung“, Heinrichshofen 2003.
- Laban, Rudolf / Perottet, Claude: “Choreutik: Grundlagen der Raum-Harmonieliehre des Tanzes“, Heinrichshofen 1991.
- Laban, Rudolf: „Die Welt des Tänzers“, Zürich 1920.
- Partsch-Bergsohn, Isa / Bergsohn, Harald: “The Makers of Modern Dance in Germany: Rudolf Laban, Mary Wigman, Kurt Jooss”, Princeton 2003.
- Pehnt, Wolfgang: “The Total Artwork in Expressionism – Art, Film, Literature, Theatre, Dance and Architecture 1905-1925”, Ostfildern 2011.
- Thornton, S.: “A Movement Perspective of Rudolf Laban”, London 1971.
- Preston-Dunlop, Valerie: “Rudolf Laban. An Extraordinary Life”, London 1998.
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