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Biografie
Schlemmer studierte Malerei bei Adolf Hoelzel (1853-1934). 1920 bis 1929 lehrte er am Bauhaus in Weimar und ab 1925 in Dessau. Er kam über seine Arbeiten über die „Menschfigur“ und den Raum zum Tanz und schuf abstrakte Choreografien, in denen z. B. Stäbe an die Extremitäten von Tänzerinnen und Tänzern befestigt waren, die ihre Bewegungen in den Raum hinein vergrößerten. Hin und wieder tanzte er auch selbst mit – unter dem Pseudonym Walter Tschoppe. – Schlemmer experimentierte, zusammen mit der Ballettmeisterin Manda von Kreibig entsprechend auch mit Metall und Glas unter Hinzunahme von Licht. Die Arbeit gipfelte in seinem „Triadischen Ballett“ (der Ursprung dazu lag in der Idee zu einem Faschingsfest), bei dem er eine eigene Farbsymbolik sowie Umrisse und Volumina vergrößernde Kostüme verwendete, die die entindividualisierten Tänzer in „Figurinen“ genannte, geometrische Figuren verwandelten, die aus ins Dreidimensionale erweiterten Grundformen wie Kreis, Linie und Dreieck bestanden. Dieses Ballett wurde berühmt und z. B. 1974 und 1977 …von Gerhard Bohner und 1993 von dem „Theater der Klänge“ Die Arbeit trug den Titel „Figur und Klang im Raum“. 1994 wurde für das „Centre Pompidou“ in Paris eine zweite Fassung erarbeitet. teilweise rekonstruiert, teilweise neu interpretiert. 2001 schuf die französische Cathérine Diverrès (*1960) auf einen Vorschlag des portugiesischen Tanzpublizisten António Pinto Rebero, eine Choreografie zu Ehren Schlemmers. Sie trug den Titel: San (Jenseits). 2007 schuf Friederike Kenneweg (*1980) am Stadttheater Gießen – in Variation von Arbeiten Schlemmers und unter Hinzunahme von Videoprojektionen – ihr Tanzstück Plastik. Schlemmers am „Bauhaus“ entwickelte Vorstellungen von einer Verschmelzung der Künste wurden weltweit bekannt. Er hatte eine Reihe von Schülern, die, allerdings weniger erfolgreich als er im gleichen Bereich experimentierten. Alexander Schawinsky trug diese Ideen 1933 an das “Black Mountain College” in die USA, Ludwig Hirschfeld-Mack über Otto Piene an das „Massachusetts Institute of Technology“ etc. 1929 bis 1932 lehrte er an der Akademie in Breslau, 1933 zog er nach Berlin, wo er nach der Machtübernahme durch die Nazis ausgewiesen wurde. 1937 erhielt er Ausstellungsverbot, 1941 schuf er in Wuppertal das „Lackballett“. Schlemmer wurde bis zu seinem Tod im Jahr 1943 verfolgt. (Gabriele Wittmann/Nele Lipp)Lebensstationen
- 1920–1929
Bauhaus
Lehrtätigkeit am Bauhaus in Weimar und ab 1925 in Dessau.
- 1922
Triadisches Ballett
Entwicklung des Triadischen Balletts mit geometrischen Figurinen und eigener Farbsymbolik.
- 1929–1932
Akademie Breslau
Lehrtätigkeit an der Akademie in Breslau.
- 1933
Berlin
Übersiedlung nach Berlin und Ausweisung nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten.
- 1937
Ausstellungsverbot
Verhängung eines Ausstellungsverbots.
- 1941
Lackballett
Schaffung des Lackballetts in Wuppertal.
Choreografien
- 1977 Das Triadische Ballett (Rekonstruktion) (Gerhard Bohner)
- 1974 Stäbetanz (Oskar Schlemmer)
- 1974 Reifentanz (Oskar Schlemmer)
- 1974 Zwei Bauhaustänze (Gerhard Bohner)
- 1941 Lackballett
- 1928 Spielzeug (Choreografie Ellen von Cleve-Petz)
- 1928 Vogelscheuchen (Choreografie Inger von Tramp)
- 1927 Les Noces (nur geplant: Bühne, auf der die die Tänzer durch Projektionen ersetzt werden sollten)
- 1925 Bauhaustänze (Oskar Schlemmer)
- 1922 Das Triadische Ballett (in Kooperation mit der Tänzerin Elsa Hötzel und dem Tänzer Albert Burger und seinem Bruder Carl Schlemmer, Musik ab 1926 Paul Hindemith))
- Sanc (Jenseits) für Oskar Schlemmer (Catherine Devires; Oskar Schlemmer)
- Variete (Oskar Schlemmer)
Literatur und Weblinks
- Karin Adelsbach / Andrea Firmenich (Hg.): „Tanz in der Moderne. Von Matisse bis Schlemmer“, Köln 1996. (Kat.)
- Gabriella Belli: „Automi, marionette e ballerine nel Teatro d’avantguardia. Depero, Taeuber-Arp, Exter, Schlemmer, Morach, Schmidt, Nikolais, Cunningham“, Rovereto 2000. (Kat.)
- Ina Conzen: „Oskar Schlemmer: Visionen einer neuen Welt“, München 2014.
- Arnold Lehmann / Brenda Richardson (Hg.): „Oskar Schlemmer“, Baltimore 1986.
- Walter Gropius: „Die Aufgabe der Bühne im Bauhaus“, Mainz 1925.
- Eleonora Louis (Hg.): „Oskar Schlemmer Tanz Theater Bühne: Vortragsreihe in der Kunsthalle Wien“, Wien 1996. Die Publikation basiert evtl. auf der gleichnamigen Ausstellung, die 1994 in der „Kunstsammlung Nordrhein-Westphalen“ 1994 stattfand und von Jaïna Schlemmer und C. Roman Schlemmer mit kuratiert war.
- Dirk Scheper: „Oskar Schlemmer, das Triadische Ballett und die Bauhausbühne“, Berlin 1988.
- Oskar Schlemmer, Oskar: „Bühne“, in: bauhaus 3, Dessau 1927.
- Norbert Stück: „Die Abstrakten. Oskar Schlemmer und Gerhard Bohner. Das Triadische Ballett“, Berlin, Akademie der Künste, 2019.
- Trimmingham, Melissa: “The Theatre of the Bauhaus: The Modern and Postmodern Stage of Oskar Schlemmer”, New York 2010.
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