Struktur und Organisation deutschen Theaterlebens

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Struktur und Organisation deutschen Theaterlebens

Die größte Besonderheit des Theaters in Deutschland ist seine extreme stilistische Vielfalt und der hohe Organisationsgrad innerhalb des deutschen Kulturlebens.

1994–2004Zeitraum
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Über das Thema

Die größte Besonderheit des Theaters in Deutschland ist seine extreme stilistische Vielfalt und der hohe Organisationsgrad innerhalb des deutschen Kulturlebens. Jede deutsche Stadt, die mehr als 200.000 Einwohner hat betreibt ein sogenanntes Stadttheater. Das bedeutet zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine Finanzierung von mehr als 300 Theatern aus öffentlichen Steuergeldern. Ca. 100 davon werden als sogenannte 3-Spartenhäuser betrieben, d.h. sie produzieren und präsentieren gleichermaßen Schauspieltheater, Oper und Tanz. Im Normalfall spielen diese Bühnen 6 Tage pro Woche und jeden Tag ein unterschiedliches Programm. Ein grober statistischer Überblick sagt, dass pro Jahr so viele Zuschauer in die regionalen Theater gehen, wie es Einwohner in der Stadt gibt. Hintergrund dieser im internationalen Vergleich einmaligen Theatersituation ist die Entstehungsgeschichte Deutschlands als des Zusammenschlusses einer großen Zahl von ursprünglich unabhängigen Fürstentümern deutscher Nation. Die Fürsten wetteiferten miteinander im Bau eigenständiger Theater zu Repräsentationszwecken. Demgegenüber stand das Konzept des Theaters als „Sittenschule der Nation“. Dichter wie Johann Wolfgang von Goethe versuchten das Schauspiel zur Bildung und Unterstützung moralischer Werke zu nutzen. Mit der deutschen Einheit 1870/71 gingen die Fürstentheater in die Obhut kommunaler Kulturpflege über. Sie unterstehen nicht dem Staat, sondern – durch die föderale Struktur Deutschlands als Vereinigung von heute 16 Bundesländern – den 16 regionalen Kultusministerien. Nach dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland ist die Kunst frei, d.h. es darf keine Zensur geben und auch die Finanzierung der Kunst durch Steuergelder darf den Geldgebern nicht die Möglichkeit geben, auf die Inhalte der Kunst Einfluss zu nehmen. (Heide-Marie Härtel)

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