Über das Werk
Choreographie: Wanda Golonka; Premieretheater: Marstall Schloss Benrath, 1999
Wie stark kann eine Bewegung verzögert werden, dass sie überhaupt noch wahrgenommen werden kann? Ein Schauspieler und ein Maler (Frédéric Leidgens und Peter Mell) sind die Protagonisten in der Produktion „Feld“, die Wanda Golonka 1999 realisierte. Zwei Männer mit Plexiglasscheiben auf dem Rücken bewegen sich von beiden Seiten des Münchner Marstalls unendlich langsam aufeinander zu. Der eine geht vorwärts, der andere rückwärts. Bein heben, Knie abwinkeln, Fuß beugen, absetzen, abrollen. Die Tonspur, eine Ausgabe der Hörfunksendung „Interpretationen im Vergleich“, sensibilisiert für das richtige Tempo, das Verstreichen der Zeit und die gesteigerte Wahrnehmung. „Feld“ schärft beim Zuschauer die Sinne für das, was theatral, kinästhetisch, visuell, haptisch, olfaktorisch und räumlich passiert. Kaum merklich vollziehen sich die Veränderungen für die längs des langgestreckten Karrees einander gegenübersitzenden Zuschauer mit Lufthansa-Socken an den Füßen und warmen, feuchten Tüchern in den Händen. (Klaus Kieser)
Menschen und Verbindungen

Wanda Golonka
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