Wanda Golonka

Personen · Tanzlexikon

Wanda Golonka

Tänzerin; Choreografin

*1958; Lyon (Frankreich); Schauspielhaus Frankfurt

Golonka studierte klassisches Ballett bei Rosella Hightower, Pantomime bei Marcel Marceau und zeitgenössischen Tanz an der Folkwangschule (heute: Folkwang Universität der Künste) in Essen, wo sie im Tanz-Studio-Ensemble und später bei Pina Bausch tanzte.

43Choreografien
7Filme
12Videosequenzen
1Archivbilder

Biografie

Golonka studierte klassisches Ballett bei Rosella Hightower, Pantomime bei Marcel Marceau und zeitgenössischen Tanz an der Folkwangschule (heute: Folkwang Universität der Künste) in Essen, wo sie im Tanz-Studio-Ensemble und später bei Pina Bausch tanzte. Nach ersten eigenen Choreographien gründete sie 1985 zusammen mit dem bildenden Künstler VA Wölfl die Gruppe NEUER TANZ, die sie bis 1995 leitete. Mit Arbeiten wie „Leiz – dem Nachlass verfallen“ oder „RCA / go to work“ schufen sie einen gemeinsamen Zyklus von elf Stücken, in denen Raum, Zeit und Wahrnehmung radikal hinterfragt wurden. Dafür wurden sie unter anderem mit dem „Deutschen Produzentenpreis für Choreographie“ ausgezeichnet. Von 1996 bis 2001 arbeitete Golonka freischaffend u.a. für das Bayerische Staatsballett, das Bayerische Staatsschauspiel, die Volksbühne Berlin und die Goethe-Institute in Ankara und New York. 1999/2000 war sie Artist in Residence im Münchner Marstall, von 2001 bis 2009 Hausregisseurin und Mitglied der Intendanz am Schauspiel Frankfurt. Golonka arbeitete mehrfach mit dem Videokünstler Kris Kondek zusammen, Felix Ruckert, Anja Konjetzky und Joachim Schlömer tanzten mit ihr. Tanz im Dunkeln, in Korridoren, in Installationen prägen ihre Arbeiten, die sich an den Grenzen des Wahrnehmbaren bewegen und die Grenzen der künstlerischen Gattungen zwischen Tanz, Performance, Musik und Text überschreiten. In ihren Choreografien experimentiert sie mit körperlichen Entdeckungen von Raum und Zeit und stellt gerne einen Satz von Gilles Deleuze in den Mittelpunkt ihrer Arbeit: „Nichts ist beunruhigender als die ständige Bewegung dessen, was unbeweglich scheint. Diese Unruhe ist mein Antrieb. [https://www.kultura-extra.de/theater/feull/antigone_berliner_festspiele_spielzeiteuropa.php kultura-extra.de] 2007 begann sie eine Ausbildung in Energiemedizin an der „Light Body School“ in den USA bei Lehrern aus dem peruanischen Andenhochland, um altes Wissen, Riten und Zeremonien der Q’éros zu erhalten. Sie gründete WAKA Berlin, einen Raum für Energiemedizin. Seit 2013 leitet Golonka den Masterstudiengang Choreografie am Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz in Berlin und ist Stellvertreterin des künstlerischen Direktors Prof. Nik Haffner. Außerdem ist sie Leiterin der Abteilung Tanz an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch. (Gabriele Wittmann/Nele Lipp)

Lebensstationen

  1. 1958

    Geburt in Lyon

    Wanda Golonka wird in Lyon geboren.

  2. 1985

    NEUER TANZ

    Gründung der Gruppe NEUER TANZ gemeinsam mit VA Wölfl.

  3. 1996

    Freischaffende Arbeit

    Beginn der freischaffenden Tätigkeit.

  4. 2001

    Schauspiel Frankfurt

    Hausregisseurin und Mitglied der Intendanz am Schauspiel Frankfurt bis 2009.

  5. 2007

    Energiemedizin

    Beginn einer Ausbildung in Energiemedizin an der Light Body School in den USA.

  6. 2013

    Masterstudiengang Choreografie

    Leitung des Masterstudiengangs Choreografie am Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz in Berlin.

Choreografien

  • 2013 Le BASAR
  • 2013 L IDOLE
  • 2010 RRungs! (mit Video von Chris Kondek)
  • 2009 Die Stunde da wir nichts voneinander wußten (nach Peter Handke)
  • 2008 Du kamst Vogelherz im Flug (mit Video von Chris Kondek)
  • 2008 Weil Erde mein Körper war
  • 2008 Iphigenie auf Tauris
  • 2007 Erzählung des Gleichgewichts 4.W
  • 2006 EINLADEN. Wenn ich mich umdrehe
  • 2006 Gier
  • 2005 For Sale (mit Video von Chris Kondek)
  • 2005 Glückliche Tage (nach S. Beckett)
  • 2004 Alice Blue
  • 2003 An-Antigone #8 (Wanda Golonka)
  • 2003 India Song
  • 2003 Mit vollem Munde, by heart auswendig / par cœur
  • 2003 Katakombe
  • 2003 An Antigone
  • 2002 4.48 Psychose (nach Sarah Kane)
  • 2002 Ophelia
  • 2002 A vera long silende
  • 2001 „Die blauen den Kleinen, die gelben den Schweinen, der Liebsten die roten, die weißen den Toten“ (Wanda Golonka)
  • 2001 Mit vollem Munde, ein literarisches Bankett
  • 2001 Curtain
  • 2001 Die Welt ist alles was das Fallen ist
  • 2000 India Song (Wanda Golonka)
  • 1999 Feld (Wanda Golonka)
  • 1999 Fraktale (Wanda Golonka)
  • 1997 Gegnung (Wanda Golonka)
  • 1995 Matale (Wanda Golonka; VA Wölfl)
  • 1995 High fidelity (Wanda Golonka; VA Wölfl)
  • 1994 ELEPSIE…Die Künstler sind anwesend (Wanda Golonka; VA Wölfl)
  • 1991 BALLET No.5…to dance by the nose… (Wanda Golonka; VA Wölfl)
  • 1991 RCA / going to work (Wanda Golonka; VA Wölfl)
  • 1989 Räumen (Wanda Golonka; VA Wölfl)
  • 1989 Sieben Miniaturen (Wanda Golonka; VA Wölfl)
  • 1989 Gelage (Wanda Golonka; VA Wölfl)
  • 1988 object inquiétant (Wanda Golonka)
  • 1988 Leitz, dem Nachlaß verfallen (Wanda Golonka; VA Wölfl)
  • 1987 DIE BÖSE MINIUTE (mit VA Wölfl)
  • 1987 DIE SCHIEFE (mit VA Wölfl)
  • 1985 calligraphie (Solo)
  • 1980 Trio in Opus

Filme und Dokumente

Kein Bild

Tanz unterwegs: Wanda Golonka

2005

Literatur und Weblinks

  • Schweeger, Elisabeth Hg.): Wanda Golonka. Tanz Ensemble Modell, Berlin 2010.
  • Théâtre/Public No. 206, octobre-décembre 2012: Archéologie du théâtre allemand contemporain, Brüssel 2012 (Literaturbeilage).

Internetseite Wanda Golonka

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