5Choreografien
3Filme
25Videosequenzen
1Archivbilder
Biografie
Palucca (eigentlich Margarete Paluca) studierte klassischen Tanz, den sie jedoch nach einiger Zeit aufgab. Sie brachte sich selbst Rollschuhlaufen und Akrobatik bei, bis sie Mary Wigman kennenlernte, bei der sie von 1920 bis 1923 Tanz studierte und 1923 Mitglied ihrer ersten Tanzgruppe wurde. Ab 1923 machte sie sich mit ihren Solotänzen einen Namen. Einer dieser frühen Tänze trug den Titel „Tanzabstraktion“. „Sie lehnte handlungsorientierte und symbolische Bezüge ab, machte die Bewegung selbst zum Thema und schuf abstrakte Tänze, die sie meist nur mit den Namen der Musikstücke bezeichnete, zu denen sie tanzte. Sie interessierte sich sehr für Kunst und sagte, dass sie sich mehr von Bildern als von Tanz inspirieren ließ. Von 1924 bis 1930 war sie mit dem wohlhabenden Kunsthändler Friedrich Bienert verheiratet, der sie auch managte. Ihre Schwiegermutter Ida Bienert (1870-1965) war Mäzenin und Sammlerin moderner Kunst. Über sie und ihre Schwägerin Ise Bienert, die am Bauhaus studiert hatte, kam sie in Kontakt mit Künstlern wie Wassily Kandinsky Nele Lipp:“ Lexikon zu Tanz und Bildender Kunst“, Bd. 1 „Tanz und Malerei“ (unveröff.Manuskript). 1925 gründete sie in Dresden ihre eigene Schule. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten galt sie als eine der „deutschesten“ Tänzerinnen und erhielt eine führende Rolle als Choreografin für die Olympischen Spiele 1936 in Berlin. Bald darauf galt sie als „Halbjüdin“ und erhielt Auftrittsverbot; ihre Schule wurde 1939 geschlossen. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm sie ihre Lehrtätigkeit in Dresden wieder auf und eröffnete 1945 erneut eine Schule, die 1949 verstaatlicht wurde und während der sozialistischen Zeit in Ostdeutschland gemäßigten Expressionismus lehrte, während sie offiziell sozialrealistisches Ballett unterrichtete. 1950 war sie an der Gründung der Akademie der Künste in Ost-Berlin beteiligt. 1951 gab sie ihr letztes Solo. Palucca war berühmt für ihre Sprünge: leicht durch die Luft fliegend, voller Lebensfreude, manchmal akrobatisch – und mit einem Talent für das Groteske. Unterstützt von Künstlerfreunden und Mäzenen wurde Gret Palucca zu einer bekannten Solotänzerin des deutschen Ausdruckstanzes, der Ralf Stabel eine „geradezu mystische Verehrung“ bescheinigtStabel, 2001, S. 21.. Aus ihrer Schule wurde die „Palucca Hochschule Dresden“. Palucca erhielt zahlreiche Auszeichnungen, so 1936 eine Ehrenurkunde des Internationalen Tanzfestes anlässlich der XI. Olympiade in Berlin, 1958 den Vaterländischen Verdienstorden in Bronze u.a. und 1992 das Große Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband der Bundesrepublik Deutschland. (Gabriele Wittmann/Nele Lipp)Lebensstationen
- 1920–1923
Studium bei Mary Wigman
Tanzstudium bei Mary Wigman.
- 1923
Erste Tanzgruppe und Solotänze
Mitglied von Mary Wigmans erster Tanzgruppe und Beginn der Solokarriere.
- 1925
Gründung der eigenen Schule
Gründung einer eigenen Tanzschule in Dresden.
- 1936
Olympische Spiele
Choreografische Arbeit im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen in Berlin.
- 1939
Schließung der Schule
Die Schule wird geschlossen.
- 1945
Neubeginn in Dresden
Wiederaufnahme der Lehrtätigkeit und erneute Eröffnung einer Schule.
- 1950
Akademie der Künste
Mitwirkung an der Gründung der Akademie der Künste in Ost-Berlin.
- 1951
Letztes Solo
Gret Palucca gibt ihr letztes Solo.
Choreografien
- 1956 Aufforderung zum Tanz (Gret Palucca)
- 1944 Fantasien um Carmen (Gret Palucca)
- 1937 Triste
- 1936 Walzer
- 1932 Serenata (Gret Palucca)
Filme und Dokumente
Ich will nicht hübsch und lieblich tanzen!
2002
Vielfalt als Programm
2001
Gestern Palucca Schüler, heute Choreograph
1998
Literatur und Weblinks
- Adam, Hubertus: ‘Meine schönste Zeit war am Bauhaus‘. Palucca in den Netzwerken der Avantgarde, in: Hubertus Adam / Sally Schöne (Hg.): „Ausdruckstanz und Bauhausbühne“, Petersberg 2019.
- Beyer, Susanne: „Palucca – Die Biografie“, Berlin 2018.
- Duvoisin, Huguette / Radrizzani, René: “Gret Palucca. Schriften, Interviews, Tanzmanuskripte”, Basel 2008.
- Jarchow, Peter / Stabel, Ralf (Hg.): Palucca. Aus ihrem Leben – Über ihre Kunst, Berlin 1997.
- Erdmann-Rajski, Katja: „Gret Palucca“, Hildesheim / Zürich / New York 2000.
- Rydberg, OlafPseudonym des Kunsthistorikers und ihres zweiten Ehemanns Will Grohmann: „Die Tänzerin Palucca“, Dresden 1935.
- Schmidt, Werner / Lehmann, Hans-Ulrich: Künstler um Palucca, Dresden 1987. (Kat.)
- Stabel, Ralf: „Gret Palucca: Ihr Leben, ihr Tanz“, Berlin 2019.
- Stabel, Ralf: „Vorwärts, Rückwärts, seitwärts mit und ohne Frontveränderung. Die Geschichte der Palucca Schule Dresden“, Wilhelmshaven, 2001.
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