Claudia Jeschke

Personen · Tanzlexikon

Claudia Jeschke

Tänzerin, Schauspielerin, Choreografin, Dramaturgin und Tanzwissenschaftlerin

*1950 in Ludwigsburg (Deutschland)

Jeschke studierte Tanz, Germanistik und Theaterwissenschaft in München, New York und Philadelphia.

0Choreografien
1Filme
1Videosequenzen
1Archivbilder

Biografie

Jeschke studierte Tanz, Germanistik und Theaterwissenschaft in München, New York und Philadelphia. 1980 publizierte sie ihre Dissertation „Geschichte und Methode von Tanznotationssystemen“. Danach arbeitete sie als Tänzerin beim „Tanzprojekt München“, als Choreografin am „Residenztheater“ und den „Münchner Kammerspielen“, wo sie auch als Schauspielerin tätig war, und gab Bewegungs- und Tanzunterricht. Sie rekonstruierte zusammen mit Sibylle Dahms Ballette aus dem 18. Jahrhundert und zusammen mit Ann Hutchinson Guest, Vaslav Nijinskys „Prelude to the Afternoon of a Fawn“, die in Kanada, Israel, der Schweiz, den USA, Deutschland und England aufgeführt wurden. Jeschke kuratierte Ausstellungen und publizierte umfangreich zur Tanzgeschichte und Tanzästhetik der letzten drei Jahrhunderte. In München baute sie am Institut für Theaterwissenschaft eine Tanzabteilung auf. Sie lehrte an Universitäten in Deutschland, Kanada und den USA. Sie war wissenschaftliche Mitarbeiterin am Münchner „Institut für Theaterwissenschaft“, ab 1994 Lehrbeauftragte am „Institut für Theaterwissenschaft“ der Universität Leipzig, wo sie von 1997 bis 2000 das „Tanzarchiv Leipzig“ (1957 von dem Volkskundler Kurt Petermann gegründete Tanzarchiv der DDR) im „Haus des Buches“ leitete und sich habilitierte. Ihr war dabei die einzigartige Verbindung eines Archivs mit einer Universität besonders wichtig. Ebenfalls 1994 erfolgte Jeschkes Ernennung zum Professor für Tanzwissenschaft an der Hochschule für Musik in Köln. Seit 2004 ist sie Professorin am Institut für Musik- und Tanzwissenschaft der Universität Salzburg, Österreich. Jeschke ist davon überzeugt, dass die Tanzgeschichte sowohl mit Fakten als auch mit Mythen operiert und das beides gleichermaßen wichtig bei der Archivierung von Tanz sein muss. Sie war die erste, die Tanzwissenschaft an einer deutschen Universität lehrte. Dabei legt sie Wert darauf Historie, Theorie und Praxis miteinander zu verbinden. 2009 bis 2017 edierte Jeschke, gemeinsam mit Andreas Backoefer, das Journal TANZ&ARCHIV als Fortsetzung der Ausstellung DOKUMENT: MONUMENT: RAUM. Ab 2010 allerdings nur noch digital. Parallel dazu gibt es die online Publikationen „off-ePodium“ und „de-archiving movement“. (Gabriele Wittmann/Nele Lipp)

Lebensstationen

  1. 1980

    Dissertation

    Publikation der Dissertation „Geschichte und Methode von Tanznotationssystemen“.

  2. ab 1994

    Leipzig und Köln

    Lehrbeauftragte in Leipzig und Ernennung zur Professorin für Tanzwissenschaft in Köln.

  3. 1997–2000

    Tanzarchiv Leipzig

    Leitung des Tanzarchivs Leipzig und Habilitation.

  4. seit 2004

    Universität Salzburg

    Professorin am Institut für Musik- und Tanzwissenschaft der Universität Salzburg.

  5. 2009–2017

    TANZ&ARCHIV

    Herausgabe des Journals TANZ&ARCHIV gemeinsam mit Andreas Backoefer.

Choreografien

    Filme und Dokumente

    Literatur und Weblinks

    • Backoefer, Andreas, Haitzinger, Nicole / Jeschke, Claudia (Hg.): “Dokument: Monument: Raum”. München 2007. (Kat.)
    • Dahms, Sibylle / Jeschke, Claudia et. al.: „Tanz“, Kassel 2001.
    • Guest, Ann Hutchinson / Jeschke, Cllaudia: “Nijinsky’s Faune Restored”, The Noverre Press 2010.
    • Jescke, Claudia, / Vettermann, Gabi et. al.: „INTERAKTION UND RHYTHMUS: Zur Modellierung von Fremdheit im Tanztheater des 19. Jahrhunderts”, München 2020.
    • Jeschke, Claudia / Haitzinger, Nicole: “Les Choses Espagnoles: Research into the Hispanomania of 19th Century Dance”, Salzburg 2009.
    • Jeschke, Claudia / Haizinger, Nicole: „Schwäne und Feuervögel: Die Ballets Russes 1909-1929“, München 2009. (Kat.)
    • Jeschke, Claudia: „Tanzschriften. Ihre Geschichte und Methode. Die illustrierte Darstellung eines Phänomens von den Anfängen bis zur Gegenwart“, Bad Reichenhall, 1983.
    • Haizinger, Nicole / Fenböck, Karin (Hg.): „Denkfiguren – Performatives zwischen Bewegen, Schreiben und Erfinden: Für Claudia Jeschke“, München 2010.
    • Jeschke, Claudia / Rick, Cary: „Tanz als Bewegungstext: Analysen zum Verhältnis von Tanztheater und Gesellschaftstanz (1910-1965)“, München 2000.
    • Jeschke, Claudia / Bayerdörfer, Hans-Peter: „Bewegung im Blick“, München 2000.

    www.epodium.de

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