Othello

Bühnenwerke · Tanzlexikon

Othello

Choreographie: John Neumeier; Premieretheater: Hamburgische Staatsoper, 1985

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Über das Werk

Choreographie: John Neumeier; Premieretheater: Hamburgische Staatsoper, 1985

Zum Zeichen seiner Liebe schenkt Othello in einem innigen Duett Desdemona das Tuch, das er um die Hüften trägt. Sie sieht in ihm den exotischen wilden Krieger, er in ihr die Primavera, die frühlingshafte Frau, verkörpert von drei Tänzerinnen, die an die Allegorie Sandro Botticellis erinnern. So konzentriert John Neumeier sein 1985 uraufgeführtes Ballett „Othello“ auf die innere Entwicklung der Beziehung zwischen den beiden Liebenden und den Bildern, die sie sich jeweils vom anderen machen. Zu unterschiedlichen Musiken, von Liedern aus dem 16. Jahrhundert bis zu Arvo Pärt und Alfred Schnittke, inszenierte Neumeier sein vergleichsweise intimes Shakespeare-Stück, in dem die Psychogramme von Othello, Desdemona und dem zu einer schillernden, latent homosexuellen Figur aufgebauten Jago im Zentrum stehen und tänzerisch vermittelt werden. Eingebettet in höfische Tanzszenen, folkloristisch anmutende Sequenzen und derbe Späße der Moresca sind psychologisch motivierte, die Beziehung auslotende Soli (und um die Traumfiguren erweiterte) Duette. (Klaus Kieser)

Menschen und Verbindungen

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