67Choreografien
5Filme
15Videosequenzen
1Archivbilder
Biografie
Sie erhielt zunächst eine von Wigman inspirierte Gymnastik- und Tanzausbildung in Hannover. Von 1975 bis 1983 arbeitete sie als Lehrerin und war Mitglied des Butoh-Ensembles von Tadashi Endo. Ab 1984 erlernte sie zusammen mit ihrem Lebens- und Arbeitspartner, dem Tänzer Dieter Baumann, in Paris die Ausdrucksmittel der von Étienne Decroux entwickelten „Mime Corporel“, in London die Laban-Bewegungslehre und in Tokio und New York den von Tatsumi Hijikata und Kazuo Ohno begründeten Butoh. Auf der Grundlage ihrer Studien gründete sie 1985 zusammen mit Baumann das Tanztheater Rubato. Es ist eine der wenigen freien Gruppen in Berlin, die seit vielen Jahren unabhängig arbeiten. Rubato bedeutet im Zusammenhang mit Musik „durch kleine Tempoverschiebungen beleben“. Für Baumann / Hell bedeutet es eine Reaktion auf die zunehmende Dynamik der Veränderung und die Frage nach Differenz und Wiederholung. In ihrer thematischen Auseinandersetzung sind sie zunehmend von den Gedanken der französischen Philosophen Gilles Deleuze und Michel Foucault sowie des Choreografen Gerhard Bohner beeinflusst. Ihre Choreografien werden dadurch weniger theatralisch, sondern einfacher und minimalistischer. Von 1990 bis 1992 arbeitete Bohner als Mentor mit Baumann/Hell zusammen, was in der Verleihung des Förderpreises für Darstellende Kunst der Akademie der Künste Berlin gipfelte. In ihrem 2008 von Hell inszenierten Solo „zukunft_erinnern_reloaded“, das neben, gegen und trotz eines projizierten Videofragments eines Bohner-Solos getanzt wurde, nutzten Baumann / Hell dieses Erbe in einer Hommage an den Tänzerkollegen. 2018 erinnerten sie mit dem Tanzfonds Erbe Projekt „SOS_Gerhard Bohner_Tanzcompagnie Rubato“ erneut an ihren Mentor und Kollegen. Mit ihrer Tanzcompagnie Rubato schufen sie im Geiste Bohners Arbeiten wie 1999 „Kiss me here. The brutality of facts“ in Anlehnung an den Maler Franz Bacon oder ihre „Figures in a Landscape“ als lebendige Malerei und Skulptur in ständiger Metamorphose. Ihre Themen bewegen sich zwischen Körperstudien und Kommentaren zum politisch-sozialen Umfeld. 1995 erhielt sie den Auftrag, Choreographien für die Guangdong Modern – Dance Cie. in Guangzhou, China, zu schaffen. Ab 2000 reisten sie mehrmals nach Peking, Hongkong und Shanghai, woraus internationale Projekte entstanden wie „Duty Free“ mit Tänzern aus China, Estland und Kanada und das Duett „Person to Person“, das Dieter Baumann mit dem chinesischen Tanzstar Jin Xing tanzte. Baumann / Hell haben fast 60 Stücke geschaffen. Neben ihrer Tourneetätigkeit leben und arbeiten sie weiterhin in Berlin. (Gabriele Wittmann/Nele Lipp)Lebensstationen
- 1975–1983
Lehre und Butoh
Arbeit als Lehrerin und Mitglied im Butoh-Ensemble von Tadashi Endo.
- ab 1984
Internationale Studien
Studien von Mime Corporel, Laban-Bewegungslehre und Butoh in Paris, London, Tokio und New York.
- 1985
Gründung Tanztheater Rubato
Gründung des Tanztheaters Rubato gemeinsam mit Dieter Baumann.
- 1990–1992
Mentorat durch Gerhard Bohner
Gerhard Bohner begleitet Baumann/Hell als Mentor.
- 1995
Guangdong Modern Dance Cie.
Auftrag für Choreografien bei der Guangdong Modern Dance Cie. in Guangzhou.
- 2008
zukunft_erinnern_reloaded
Inszenierung des Solos „zukunft_erinnern_reloaded“ als Hommage an Gerhard Bohner.
- 2018
SOS Gerhard Bohner
Tanzfonds-Erbe-Projekt „SOS_Gerhard Bohner_Tanzcompagnie Rubato“.
Choreografien
- 2022 SEHNSUCHT, Anatomie eines Gefühls (Jutta Hell)
- 2021 Die Zeit ist immer jetzt (Jutta Hell)
- 2020 KörperWetter (Jutta Hell)
- 2019 traces_#62 (Jutta Hell, Dieter Baumann)
- 2018 SOS_Gerhard Bohner_Tanzcompagnie Rubato – Ein Tanzfonds Erbe Projekt (Gerhard Bohner; Einstudierung: Jutta Hell, Dieter Baumann)
- 2017 Eadweard’s Ear_Muybridge extended_Berliner Edition (Jutta Hell, Dieter Baumann)
- 2017 Eadweard’s Floss_Rümlinger Editionen (Jutta Hell, Dieter Baumann)
- 2017 >flirren< (Jutta Hell)
- 2016 Voltage / Zero (Jutta Hell)
- 2015 Wiederholung und Differenz_Drei Duette_Ein choreografisches Triptychon (Jutta Hell, Dieter Baumann)
- 2013 Act (Jutta Hell, Dieter Baumann)
- 2013 Two Figures in a Landscape (Jutta Hell)
- 2013 Happiness (Jutta Hell)
- 2012 FindeOrte (Jutta Hell, Dieter Baumann)
- 2011 milk&bread / rice&water (Jutta Hell, Dieter Baumann)
- 2010 Look at me, I’am Chinese (Jutta Hell, Dieter Baumann)
- 2009 Display life (Jutta Hell, Dieter Baumann)
- 2009 3 men running (Jutta Hell)
- 2008 zukunft_erinnern_reloaded (Jutta Hell, Dieter Baumann)
- 2008 SOS (Gerhard Bohner / Rekonstruktion Jutta Hell, Dieter Baumann)
- 2007 Born2bewild (Jutta Hell, Dieter Baumann)
- 2007 Gloria Days (Jutta Hell, Dieter Baumann)
- 2006 choreographic_video_made in china 2006 (Jutta Hell, Dieter Baumann)
- 2006 Inside burning (Jutta Hell, Dieter Baumann)
- 2005 Shanghai Beauty (Dieter Baumann; Jutta Hell)
- 2004 America! Question (Dieter Baumann; Jutta Hell)
- 2003 Alleine (Dieter Baumann; Jutta Hell)
- 2003 Banalities / Banalitäten (Dieter Baumann; Jutta Hell)
- 2003 Women / Faces (Dieter Baumann; Jutta Hell)
- 2003 Zukunft erinnern (Dieter Baumann; Gerhard Bohner; Jutta Hell)
- 2002 Links (Dieter Baumann; Jutta Hell)
- 2002 Nische oder das Lokale ist das Universale – Ein Prozess (Dieter Baumann; Jutta Hell)
- 2002 Duty Free (Jutta Hell)
- 2002 Person to Person (Dieter Baumann; Jutta Hell)
- 2001 time is always now (Dieter Baumann; Jutta Hell)
- 2001 Permanent Dialogues (Dieter Baumann; Jutta Hell)
- 2000 hunting (Dieter Baumann; Jutta Hell)
- 2000 Bewegung für Bewegung 2 (Neufassung) (Dieter Baumann; Jutta Hell)
- 2000 Fication (Dieter Baumann; Jutta Hell)
- 1999 kiss me here (the brutality of facts) (Dieter Baumann; Jutta Hell)
- 1998 This is not a lovesong, 2. Teil (Dieter Baumann; Jutta Hell)
- 1998 This is not a lovesong (Dieter Baumann; Jutta Hell)
- 1998 Crazy Quilts (Jutta Hell)
- 1997 Verschlagenes Wasser (Jutta Hell)
- 1997 Rhein-Orte, Ort Rhein (Jutta Hell)
- 1996 Persona, Persona (Dieter Baumann; Jutta Hell)
- 1996 Ort 1 (Jutta Hell)
- 1995 Fernblau (Dieter Baumann; Jutta Hell)
- 1995 Fern Blau (Dieter Baumann; Jutta Hell)
- 1995 Turning World (Dieter Baumann; Jutta Hell)
- 1995 This is not a lovesong, 1. Teil (Dieter Baumann; Jutta Hell)
- 1994 Hymnen (Dieter Baumann; Jutta Hell)
- 1994 Bewegung für Bewegung (Dieter Baumann; Jutta Hell)
- 1993 Stopping Mind (Dieter Baumann; Jutta Hell)
- 1993 Die Kranichmaske, die bei Nacht strahlt (Dieter Baumann; Jutta Hell)
- 1992 Gesänge der Nacht (Dieter Baumann; Jutta Hell)
- 1991 Penta Platz (Dieter Baumann; Jutta Hell)
- 1991 SOS (Gerhard Bohner)
- 1990 Ithaka (Dieter Baumann; Jutta Hell)
- 1989 Bahn frei. Musical projekt (Dieter Baumann; Jutta Hell)
- 1989 Rabengold-Goldraben (Dieter Baumann; Jutta Hell)
- 1988 Menschlinge (Dieter Baumann; Jutta Hell)
- 1987 Dr. No Think (Dieter Baumann; Jutta Hell)
- 1987 Hochzeiten (Dieter Baumann; Jutta Hell)
- 1986 Die Menagerie (Dieter Baumann; Jutta Hell)
- 1986 Berlin, Verwandlungen einer Stadt (Dieter Baumann; Jutta Hell)
- 1985 Multimedia Dancer / Luftkrieg (Dieter Baumann; Jutta Hell)
Filme und Dokumente
Choreografische Avantgarde: Rubato
2005
6. Tele-Tanzjournal
2003
Tanztheater heute
1998
Close-Up on Berlin
1996
2. Tele-Tanzjournal
1995
Literatur und Weblinks
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