Über das Werk
Choreographie: Reinhild Hoffmann; Premieretheater: Folkwang Tanzstudio, 1977
Eine Frau auf der Seitenlehne eines Sofas: Die meterlange Schleppe ihres hellen Abendkleids geht über in den Überzug des Möbels. Ihren Bewegungsradius bestimmen Stoff und Sofa, beiden kann sich die Tänzerin nicht entziehen, sosehr sie sich auch bemüht. Das „Solo mit Sofa“, das Reinhild Hoffmann 1977 für sich choreographierte, wurde zu einem überraschenden Erfolg, der einerseits zurückverwies auf die Tradition des deutschen Ausdruckstanzes, andererseits von der amerikanischen Performancekunst beeinflusst war. Entstanden zu Musik von John Cage, hebt das Solo die eindeutige Grenze zwischen Subjekt und Objekt auf. Es spielt mit den Konturen des Sofas, wenn die Performerin – eingewickelt wie eine überdimensionierte Stoffrolle – vor dem Möbel liegt. Und es thematisiert zugleich die Befindlichkeiten einer Gebundenen, die mit Kalkül oder in heftiger Wut versucht, ihre Stoffesseln loszuwerden. Nach etwa 15 Minuten nimmt die Tänzerin den Stoff auf, legt ihn zusammen und geht auf das Sofa zu. (Klaus Kieser)
Menschen und Verbindungen
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