Rui Horta

Personen · Tanzlexikon

Rui Horta

Tänzer und Choreograf

* 1957 in Lissabon (Portugal); S.O.A.P. Dance Theatre

54Choreografien
10Filme
28Videosequenzen
1Archivbilder

Biografie

Horta studierte zu Beginn seiner Laufbahn Architektur und Sport und erhielt seine Tanzausbildung beim „Gulbenkian Ballett“ in Lissabon und ab 1978 an der New Yorker „Alvin Ailey School“ und der „Julliard School“ sowie in den Studios von José Limón (1908-1972) und Merce Cunningham (1919-2009). Nach ersten Engagements begann er 1979 mit dem Choreografieren. Zwischen 1984 und 1987 war er in Lissabon Leiter von „Rui Horta and Friends“ seiner modernen Tanzkompanie. 1991 gründete er in Frankfurt seine S.O.A.P. Company im Mousonturm Die Bezeichnung S.O.A.P. bezog sich auf die von der Firma „Mouson“ hergestellte Seife.. Sie existierte bis 1998 und machte, unterstützt von Dieter Buroch, den Mousonturm zu einem der renommiertesten Produktionshäuser Deutschlands. Mit „Ordinary Events“ und „Khora“ etc. tourte sein Ensemble um die Welt. Horta arbeitete u.a. mit dem „Nederlands Dans Theater“, der „Opéra de Marseille“ und dem „Ballet du Grand Théatre de Genéve“. Aus finanziellen Gründen wurde S.O.A.P. 1998 aufgelöst. 2000, nach zwei Jahren in München 2000 kehrte Horta nach Portugal zurück, um – finanziert mit privaten Geldgebern – „O Espaço do Tempo“ (The Space of Time), ein transdisziplinär ausgerichtetes Trainings- und Tanz- Zentrum in einem alten Klostergebäude und -gelände des 16. Jahrhunderts in Montemor-o-Novo, Portugal zu gründen. Ziel ist Erhalt und Förderung portugiesischer Kultur, ihr Austausch mit anderen und ihre gemeinsame Entwicklung. Horta choreografierte u. a. für das „Ballet Gulbenkian“ in Lissabon, das „Cullbergballeetten“ in Norsborg, Schweden, das „Nederlands Dans Theater“ in Den Haag, das „Phoenix Dance Theatre“ in Leeds, West Yorkshire, die „Malmö Opera“, die „Opéra Marseille“, das Ballett des „Grand Théâtre de Genève und das „Scottish Dance Theatre“ in Dundee. Der Bewegungsstil in Hortas Stücken ist dynamisch und sportlich. Er verfasst Texte für seine Aufführungen, so für „Everybody knows“ und ihn beschäftigten philosophische Fragen, wie z. B. in „Object Constant“. Seine Auseinandersetzung mit skulpturalen und architektonischen Themen wird in seinen Choreografien am Umgang mit dem Raum, den darin befindlichen, sorgfältig ausgewählten und positionierten Elementen und seiner präzisen Licht- und Kostümgestaltung deutlich. So arbeitete er beispielsweise einmal mit einem beweglichen Holzrahmen, der den Tänzern Bewegungskoordinaten lieferte. Horta arbeitet regelmäßig mit Künstlern in freien Projekten zusammen, für „The Great Warehouse“ zum Beispiel mit der US – amerikanischen Malerin Rita Simon (1956*). 1992 erhielt er den „Bonnie Bird Award“, 2011 den „Chevalier de l’Ordre des Arts et des Letters“, 2018 erhielt „Espaço do Tempo“ den “Gulbenkian Knowledge Prize”. (Gabriele Wittmann/Nele Lipp)

Lebensstationen

  1. 1978

    New York

    Tanzausbildung an der Alvin Ailey School und der Juilliard School sowie bei José Limón und Merce Cunningham.

  2. 1979

    Erste Choreografien

    Beginn choreografischer Arbeiten nach ersten Engagements als Tänzer.

  3. 1984–1987

    Rui Horta and Friends

    Leitung seiner modernen Tanzkompanie in Lissabon.

  4. 1991

    S.O.A.P. Company

    Gründung der S.O.A.P. Company im Mousonturm Frankfurt.

  5. 1998

    Ende der S.O.A.P. Company

    Auflösung der Company aus finanziellen Gründen.

  6. 2000

    O Espaço do Tempo

    Gründung des transdisziplinären Zentrums O Espaço do Tempo in Portugal.

  7. 2018

    Gulbenkian Knowledge Prize

    Auszeichnung für O Espaço do Tempo mit dem Gulbenkian Knowledge Prize.

Choreografien

  • 2017 Vespa (Solo) (Rui Horta)
  • 2016 Romeo e Julieta (Rui Horta)
  • 2015 The Rakes Progress (Rui Horta)
  • 2015 Cabul (Rui Horta)
  • 2014 The Hierarchy of Clouds (Rui Horta)
  • 2013 Multiplex (Rui Horta)
  • 2012 Danza Preparata (Rui Horta)
  • 2012 Lagrimas de Saladino (Rui Horta)
  • 2010 Local Geographic (Rui Horta)
  • 2010 Einsteins Dreams (Rui Horta)
  • 2010 Rugas (Film) (Rui Horta)
  • 2010 4‘33‘‘ (gewidmet John Cage) (Rui Horta)
  • 2010 Flowering Tea (Rui Horta)
  • 2010 Paint me (Rui Horta)
  • 2009 Talkshow (Rui Horta)
  • 2008 Zoetrope (Rui Horta)
  • 2008 Come together (Rui Horta)
  • 2007 Scope (Rui Horta)
  • 2007 Great Originals (Rui Horta)
  • 2007 Stream (Rui Horta)
  • 2006 Pure (Rui Horta)
  • 2006 Contigo (Rui Horta)
  • 2005 Setup“ (Arbeitstitel) (Rui Horta)
  • 2004 Under (Ground) (Rui Horta)
  • 2003 Olakala (Rui Horta)
  • 2001 Garden (Rui Horta)
  • 2001 Pixel (Rui Horta)
  • 2000 Blindspot (Rui Horta)
  • 2000 À mesa em 15 minutos (Rui Horta)
  • 2000 Bones and Oceans (Rui Horta)
  • 1999 Zeitraum (Rui Horta)
  • 1999 Shift (Rui Horta)
  • 1999 Interiores (Rui Horta)
  • 1999 Garden (Rui Horta)
  • 1999 The Rakes Progress (Rui Horta)
  • 1999 Cartografias dos lugares comuns (Rui Horta)
  • 1998 Bones and Oceans (Rui Horta)
  • 1998 Linha (Rui Horta)
  • 1997 Heureux de s’asseoir (Rui Horta)
  • 1997 Flat Space Moving (Rui Horta)
  • 1997 Wolfgang bitte… (Rui Horta)
  • 1997 Lunar (Rui Horta)
  • 1996 Khora (Rui Horta)
  • 1995 Glass (Rui Horta)
  • 1994 Object Constant (Rui Horta)
  • 1993 Domestic Arrangements (Rui Horta)
  • 1992 Diving (Rui Horta)
  • 1992 Made to measure (Rui Horta)
  • 1991 Ordinary Events (Rui Horta)
  • 1991 Long time before the end (Rui Horta)
  • 1991 Wolfgang, bitte … (Rui Horta)
  • Verletzlichkeit (Rui Horta)
  • Salt (Rui Horta)
  • Glass (Rui Horta)

Filme und Dokumente

Kein Bild

Tanz unterwegs: Rui Horta

2005

Kein Bild

S.O.A.P. – Jedes Ende ist ein neuer Anfang

1998

Kein Bild

Under (Ground)

1998

Kein Bild

Tanz in der Seifenfabrik

1991

Literatur und Weblinks

  • Horta, Rui: “Un temps pour l’espace”, in: Nouvelles de Danse 42/43, Brüssel 2000, S.185-191
  • Lipp, Nele: „Im ZeitRaum philosophierender Freiheitskämpfer“, in: Entrée Libre. Denken zwischen den Künsten, Oberhausen 2020, S. 167-177.
  • Odenthal, Johannes: „Bewegung-Energie-Wahrnehmung. Ein Interview mit Rui Horta“, in: Ballett international/tanz aktuell 1/96.
  • Siegmund, Gerald: „In der Kälte dieser Welt“, in: Ballett international/tanz aktuell 12/96.
  • 5 Jahre S.O.A.P. dance theatre, Künstlerhaus MOUSONTURM, Frankfurt 1995. (Kat.)

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