Über das Werk
Choreographie: John Neumeier. Premiereensemble: Hamburg Ballett (Hamburgische Staatsoper), 1981
Auf der Bühne liegt ein weißes Hemd, drapiert in Kreuzform. Ein Tänzer faltet es zusammen und verläßt die Bühne. Wenn er zurückkommt, hat er das Hemd angezogen und ist damit in die Rolle des Jesus in John Neumeiers „Matthäus-Passion“ geschlüpft. Zu Johann Sebastian Bachs „Matthäuspassion“ schildert das Ballett die Passion Christi vom letzten Abendmahl bis zur Grablegung. Zusätzlich greift John Neumeier den Text der Arien auf und visualisiert deren religiösen Gehalt. Er splittet sein aus 20 Tänzerinnen und 21 Tänzern bestehendes Ensemble in zwei Gruppen, von denen die eine aus Darstellern der historischen Handlung besteht (die barfuß tanzen), die andere aus den sogenannten Zeugen, die auf einem hinteren, erhöhten Teil der Bühne das Geschehen verfolgen und kommentieren. Sie treten in Spitzenschuhen und Turnschuhen auf, können sowohl als historische als auch als heutige Miterlebende aufgefasst werden. Seit der Uraufführung 1981 zählt die „Matthäus-Passion“ zu John Neumeiers beliebtesten Werken. (Klaus Kieser)
Menschen und Verbindungen

John Neumeier
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