Familiendialog

Bühnenwerke · Tanzlexikon

Familiendialog

Choreographie: Johann Kresnik; Premieretheater: Theater Heidelberg, 1980

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Über das Werk

Choreographie: Johann Kresnik; Premieretheater: Theater Heidelberg, 1980

Deutschland, in der zweiten Hälfte der sechziger Jahre: Der Vater malträtiert seine Frau und die Kinder, der Großvater zitiert die Bild-Zeitung und zersägt mit Vorliebe Babypuppen, die Großmutter leidet unter Putzzwang und erzählt von der Flucht vor den Russen in den Westen. Der Sohn, geboren 1950, muss auch noch mitansehen, wie buchstäblich aus dem ausgehobenen Massengrab neue Wirtschaftswunderland-Häuser entstehen. Mit einem Presslufthammer, dem lautstarken Symbol für Aufbau, aber auch Zerstörung, setzt er seinem jungen Leben ein Ende. Sein Begräbnis beendet diesen „Familiendialog“ als Familienfoto, als Standbild von der Silberhochzeit der Eltern begann er. Presslufthämmer donnern in Musik von Gustav Mahler, Märsche und zeitgenössische Schlager ertönen. Johann Kresnik inszenierte 1980 diese Familiengefängnis-Geschichte, die vom Ersten Weltkrieg über die Verbrechen des Zweiten Weltkriegs bis hin zum sich saturierenden Nachkriegsdeutschland reicht, als grelles, lautes, politisch Partei nehmendes Tanztheater. (Klaus Kieser)

Menschen und Verbindungen

H
Libretto

Helm Stierlin

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