Über das Werk
Choreographie: Dietmar Seyffert, 1981
In der dem sozialistischen Realismus verpflichteten Kunstdoktrin der DDR waren Igor Strawinskys Kompositionen, wiewohl mehr oder weniger russisch gefärbt, verpönt. Dieses Verdikt betraf auch seine zahlreichen Ballettmusiken, deshalb kam es in der DDR erst spät zur Entdeckung von “Le Sacre du printemps”. 1981 erarbeitete Dietmar Seyffert für die Ballettkompanie des Leipziger Opernhauses eine Choreographie, die dieselbe Handlung wie im originalen Libretto für Waslaw Nijinskys aufsehenerregendes Werk (uraufgeführt 1913 von den Ballets Russes) schildert: Zu Frühlingsanbruch vollzieht ein heidnischer Stamm das alljährliche Ritual, die Anbetung der Erde. Dieses endet mit der Wahl einer Jungfrau, die geopfert werden muss, um die Götter milde zu stimmen. Seyffert betont den orgiastischen Aspekt der Geschichte und führt deshalb sein Ballett zu einem langanhaltenden dramatischen Höhepunkt am Ende hin. Sein Bewegungsvokabular setzt sich aus Elementen des klassischen wie des modernen Tanzes zusammen. (Klaus Kieser)
Menschen und Verbindungen

Dietmar Seyffert
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