Über das Werk
Choreographie: Tom Schilling; Premieretheater: Komische Oper Berlin, 1983
Charlotte liebt Eduard, als der Hauptmann und die junge Ottilie in ihr Leben treten und die Liebe fortan über Kreuz läuft. Charlotte und der Hauptmann, Eduard und Ottilie gehen Bindungen ein, die sich (wie schon in Johann Wolfgang von Goethes literarischer Vorlage) in der dargestellten Welt des Balletts weder zugelassen noch gelebt werden können. Charlotte verweist den Hauptmann des Hauses. Eduard beschließt, in den Krieg zu ziehen. Ottilie bringt ein Kind zur Welt; als später unverhofft Eduard, der den Krieg überlebt hat, zurückkehrt, geben sie sich ganz ihrer Liebe hin und achten dabei nicht auf das Kind, das daraufhin tödlich verunglückt. Charlotte, die nun die Beziehung der beiden anerkennt, kommt damit zu spät: Ottilie stirbt, Eduard bringt sich um. Charlotte und der Hauptmann bleiben allein zurück. Zu Kompositionen von Franz Schubert schuf Tom Schilling 1983 mit seinen „Wahlverwandtschaften“ ein Tanzdrama, das in der Tradition von Kurt Jooss steht und sich – den Prämissen Walter Felsensteins folgend – als »realistisches Tanztheater« verstand. (Klaus Kieser)
Menschen und Verbindungen

Tom Schilling
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