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Biografie
Schilling erhielt seine Tanzausbildung am „Theater Dessau“. Nach dem Zweiten Weltkrieg tanzte er als Solist an der „Semperoper“ in Dresden. Parallel dazu studierte er bei Dore Hoyer und ]]Mary Wigman]] und tanzte von 1946 bis 1952 auch in Leipzig, gefolgt von einem Jahr am „Friedrichstadtpalast“ in Berlin. 1953 zog er nach Weimar, wo er seine ersten Choreografien schuf. 1956 wurde er zum Regisseur und Chefchoreographen der „Semperoper“ Dresden ernannt und arbeitete auch für das DDR-Fernsehen. 1965 wurde er zum Chefchoreografen des neuen Tanztheaterensembles der „Komischen Oper“ in Berlin ernannt, das er von 1974 bis 1993 leitete. Dort tanzten u. a. Hannelore Bey, Arila Siegert, und Gregor Seyffert. Schilling kooperierte unter Walter Felsenstein sehr erfolgreich mit Jean Weidt, der mit seiner „Gruppe junger Tänzer“ Grupppenchoreografien für dessen Aufführungen schuf. Weidt erzählte Marion Reinisch dazu: „Er kam gleich zu mir und sagte: ‚Also Jean, deine Truppe und dich nehmen wir hier sofort ins Theater; wir werden zusammenarbeiten. Ich brauche euch alle, ihr kommt zu mir.‘ So geschah es. Seit dieser Zeit ist die Gruppe fest an der Komischen Oper engagiert. Wir bekamen einen Kollektivvertrag und wurden in Ballettabenden und in Opern eingesetzt. […] Tom Schilling versteht es geschickt, die ‚Gruppe junger Tänzer‘ mit den Berufstänzern zusammen zu bringen, so dass man in den Choreographien gar nicht merkt, wo die Laien anfangen und wo sie aufhören.“Reinisch, Marion: „Auf der großen Straße“, Berlin 1984, S. 133. Zu seinen bekanntesten Werken zählen „Abraxas“ nach der Musik von Werner Egk, „Undine“ nach der Musik von Hans Werner Henze und „Die Wahlverwandschaften“. Letzteres tourte auch durch Westdeutschland und ist ein Beispiel für sein Talent, die inneren Konflikte seiner Figuren durch Bewegung sichtbar zu machen. Mit seinen dramatischen Balletten war er einer der wichtigsten Protagonisten des ostdeutschen Tanztheaters in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, auch wenn er sich gegen ein Ballett mit dem Hang zur technischen Perfektion stellte. 1986 erhielt er eine Professur für Choreografie an der Theaterhochschule „Hans Otto“ in Leipzig. Schilling erhielt u. a. 1970 den „Kunstpreis der DDR“, 1982 den „Nationalpreis der DDR“, 1994 den „Deutschen Kritikerpreis“ für den Bereich Tanz, 1999 den „Verdienstorden des Landes Berlin“ und wurde 2002 in die Ehrengalerie der 101 Choreografen des 20. Jahrhunderts aufgenommen. (Gabriele Wittmann/Nele Lipp)Lebensstationen
- 1928
Geburt in Esperstedt
Tom Schilling wird in Esperstedt geboren.
- 1946
Leipzig
Tanz in Leipzig und Studium bei Dore Hoyer und Mary Wigman.
- 1953
Erste Choreografien
Umzug nach Weimar und Beginn eigener Choreografien.
- 1956
Semperoper Dresden
Regisseur und Chefchoreograf an der Semperoper Dresden.
- 1965
Komische Oper Berlin
Chefchoreograf des neuen Tanztheaterensembles der Komischen Oper Berlin.
- 1986
Professur
Professur für Choreografie an der Theaterhochschule Hans Otto in Leipzig.
- 1993
Ende der Leitung
Ende seiner Leitung des Tanztheaterensembles der Komischen Oper.
- 2002
Ehrengalerie
Aufnahme in die Ehrengalerie der 101 Choreografen des 20. Jahrhunderts.
Choreografien
- 1988 Orpheus-Stationen (Tom Schilling)
- 1986 Hoffmanns Erzählungen (Tom Schilling)
- 1983 Wahlverwandschaften (Tom Schilling)
- 1981 Ein neuer Sommernachtstraum (Tom Schilling)
- 1979 Jugendsinfonie (Tom Schilling)
- 1979 Lebenszeit (Tom Schilling)
- 1979 Abendliche Tänze (Tom Schilling)
- 1979 Pastorale (Tom Schilling)
- 1977 Revue (Tom Schilling)
- 1976 Menschliche Komödie (Tom Schilling)
- 1975 Schwarze Vögel (Tom Schilling)
- 1975 Aschenbrödel (Tom Schilling)
- 1972 Romeo und Julia (Tom Schilling)
- 1971 Rhythmus (Tom Schilling)
- 1971 Match (Tom Schilling)
- 1970 Undine (Tom Schilling)
- 1969 La Mer (Tom Schilling)
- 1969 Der Doppelgänger (Tom Schilling)
- 1968 Cinderella (Tom Schilling)
- 1967 Impulse (Tom Schilling)
- 1967 Phantastische Sinfonie (Tom Schilling)
- 1964 Ein Amerikaner in Paris (Tom Schilling)
- 1963 Dornröschen (Tom Schilling)
- 1963 Don Juan (Tom Schilling)
- 1961 Die sieben Todsünden (Tom Schilling)
- 1960 Die steinerne Blume (Tom Schilling)
- 1959 Schwanensee (Tom Schilling)
- 1958 Die Nachtigall (Tom Schilling)
- 1957 Abraxas (Tom Schilling)
- 1956 Schneewitchen (Tom Schilling)
- 1955 Die Fontäne von Bachtschissaraj (Tom Schilling)
- 1953 Gajaneh (Tom Schilling)
- 1953 Die Flamme von Paris (Tom Schilling)
Literatur und Weblinks
- Köllinger, Bernd: „Tanztheater: Tom Schilling u.d. zeitgenössische Choreographie; 7 Studien“, Berlin 1983.
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