Über das Werk
Choreographie: Johann Kresnik; Premieretheater: Theater am Goetheplatz, 1971
Panzer statt Armbrust: In Johann Kresniks “Schwanensee AG” ist der Prinz auf zeitgemäßes Spielzeug umgestiegen; er legt auch nicht auf Schwäne an, sondern behält vor allem sein Ölimperium im Auge. Kein romantischer See im Mondenschein ziert hier die Bühne, statt dessen ragen Stahlgestelle wie Bohrtürme in den Himmel. Die Schwanenmädchen sind in Kresniks 1971 entstandener Adaption des Klassikers von Marius Petipa und Lew Iwanow zu Schweinen und Hühnern mutiert, die höfischen Damen und Herren zu Puppen. Der Furor von Kresnik richtet sich in diesem Stück gegen die Traditionen und hierarchischen Strukturen einer kapitalistischen und militaristischen Gesellschaft. Dargestellt am Modell des klassischen Tanzes, zugespitzt im Bild der auf der Leinwand den “Sterbenden Schwan” tanzenden russischen Ballerina Maja Plissetzkaja, währenddessen ein Lachsack johlt. Auch die Musik klingt anders: Kresnik spielt Hits der Zeit ein. (Klaus Kieser)
Menschen und Verbindungen

Johann Kresnik
Yaak Karsunke
Dieter Behne
Manfred Miller
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