Jan Minarik

Personen · Tanzlexikon

Jan Minarik

Tänzer; Schauspieler; Fotograf

*1945 Prag (Tschechoslowakei, heute Tschechien); 1922 in Čečín (Tschechien); Tanztheater Wuppertal

Wie ein Kellner trug er seinen breiten Körper neutral herum und vollführte seine Handlungen ohne ein Grinsen: Jan Minarik.

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Biografie

Wie ein Kellner trug er seinen breiten Körper neutral herum und vollführte seine Handlungen ohne ein Grinsen: Jan Minarik. Er tanzte in fast allen Stücken von Pina Bausch seit ihren Anfängen in Wuppertal 1974. Minařik wurde zunächst als Koch ausgebildet, bis er 1962 eine Ausbildung zum Balletttänzer am Konservatorium in Prag begann, um nicht zum Militär gehen zu müssen. 1967 trat er in die Kompanie des Prager Nationaltheaters ein. Dann wurde er als Solist an das Stadttheater Brünn berufen, wo er klassische Rollen in „Giselle“ oder „Die Fontäne von Bachtschissaraj“ tanzte. 1969 während des Prager Frühlings, der Besetzung der Tschechoslowakei, floh er in den Westen und fand im „Landestheater Innsbruck“ ein Engagement und wurde dort zum Ersten Solisten des Landes Tirol ernannt. 1970 wechselte Minařik zur Ballettkompanie Wuppertal, wo er unter Ivan Sertic klassisches Repertoire und die Rolle des „Todes“ in Kurt Jooss‚ Choreografie „Der grüne Tisch“ tanzte. 1974 wechselte er in das Ensemble von Pina Bausch und tanzte bis 2000 in ihren Choreografien, die er, wie andere Ensemblemitglieder auch mit ihr entwickelte. Er wurde zu einem der ausdrucksstärksten männlichen Tänzer in ihrem Ensemble und tanzte in fast allen ihren Stücken. Während der Proben und Tourneen des Ensembles machte Minařík mehr als 30 Jahre lang Fotos. Nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Bühnenleben wurde dies zu seiner Passion. Zuletzt lebt er mit seiner Frau, Beatrice Libonati, ebenfalls eine Tänzerin bei Bausch, auf einem Bauernhof in Tschechien. (Gabriele Wittmann/Nele Lipp)

Lebensstationen

  1. 1945

    Geburt in Prag

    Jan Minařík wird in Prag geboren.

  2. 1962

    Konservatorium Prag

    Beginn seiner Ausbildung zum Balletttänzer am Konservatorium in Prag.

  3. 1967

    Prager Nationaltheater

    Eintritt in die Kompanie des Prager Nationaltheaters.

  4. 1969

    Flucht in den Westen

    Nach der Besetzung der Tschechoslowakei Flucht in den Westen und Engagement in Innsbruck.

  5. 1970

    Ballettkompanie Wuppertal

    Wechsel zur Ballettkompanie Wuppertal.

  6. 1974

    Tanztheater Wuppertal

    Wechsel in Pina Bauschs Ensemble.

  7. 2000

    Abschied von der Bühne

    Ende seiner Arbeit in Pina Bauschs Choreografien.

Literatur und Weblinks

    Internetseite bei Pina Bausch

    Artikel in der Wikipedia

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