Über das Werk
Choreographie: Bernd Schindowski; Premieretheater: Musiktheater im Revier, 1987
In anmutiger Pose hingegossen, liegt die Schöne nackt bis auf ein Kränzchen im Haar auf dem Samt einer Chaiselongue. Da flitzt ein ebenso splitterfasernackter Knaben-Putto herbei und zieht den Vorhang vor ihr zu. Den erotischen Reigen, der sich hier zwischen neun Paaren entspinnt, unterbrechen zwei Putti immer dann, wenn er zu drastisch und direkt wird. Nicht nur deswegen hat die Liebesidylle ihre Tücken! Denn Bernd Schindowskis 1987 choreographiertes Ballett “Reise nach Kythera” vereint rokokohafte Galanterie, wie sie das gleichnamige Gemälde von Antoine Watteau aufruft, und die Obsessionen der mit sexueller Energie aufgeladenen Bilder des Malers Balthus. Zu Musik von Claude Debussy finden sich die Paare in unterschiedlich intensiven Amouren, mal beiläufig, mal höchst dramatisch, mal entsagungsvoll, dann wieder kühn-draufgängerisch oder zart und vorsichtig. Ein Stück in schwarzer Landschaft, zwischen melancholischem Blick und ironischem Augenzwinkern. (Klaus Kieser)
Menschen und Verbindungen

Bernd Schindowski
Erwin W. Zimmer
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