Über das Werk
Choreographie: Jochen Ulrich; Premieretheater: Köln Schauspielhaus, 1980
Pablo Nerudas Epos “Der Große Gesang” diente Jochen Ulrich als Ausgangspunkt für seine gleichnamige Choreographie, die 1980 beim Tanz-Forum Köln herauskam. Darin behandelt er die Ausbeutung der südamerikanischen Völker und Menschen durch weiße Eroberer und die Militärdiktaturen des 20. Jahrhunderts. Eine Gruppe von Tänzern verkörpert in dem Stück Indios, Inkas und die moderne Bevölkerung, eine andere die Konquistadoren, Großgrundbesitzer, Soldaten. Dabei prallen die Gegensätze unvermittelt aufeinander: Die Eroberer aller Zeiten dringen in die südamerikanische Idylle, knechten die Menschen, bis sich diese erheben und die Unterdrücker davonjagen. Die politische Aussage seines Stücks untermalt Jochen Ulrich mit schnell wechselnden bildmächtigen Aktionen, in denen alle angeklagt werden, die seit Jahrhunderten andere ausbeuteten, neben den weißen Besatzern in Südamerika auch die international agierenden Konzerne. So wird schließlich “Der Große Gesang” zur allgemeingültigen Politfabel. (Klaus Kieser)
Menschen und Verbindungen
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