Über das Werk
Choreographie: Harald Kreutzberg, 1938
Er interpretierte den Rufer wie die Gerufenen. Als Tod richtete Harald Kreutzberg im Prolog seines wohl 1938 kreierten Solos „Der ewige Kreis“ das Wort an seine nächsten Opfer: an den Trinker, die eitle Schönheit, den entlaufenen Verbrecher, den König, die Prostituierte, den Kranken. Der Schüler Mary Wigmans gestaltete die im Ausdruckstanz überaus beliebte Todesthematik fast wie eine Art Totentanz, in den jeder, ob er will oder nicht, eintreten muss. Im entscheidenden Unterschied dazu ist es jedoch nicht die Todesfigur, die die Menschen holt, sondern diese treten, kriechen, fallen zum Sterben in einen auf den Boden projizierten Lichtkreis oder bringen sich in ihm wie der Verbrecher selbst zu Tode. Erst zum Schluss erscheint der Tod wieder in seinem gerippeähnlichen Kostüm, über das er zur Kennzeichnung der übrigen Figuren jeweils eine andere Maskierung gezogen hat. Er setzt sich die Krone des Königs auf, um sie dann – nach einem Blick gen Himmel – wieder abzusetzen und den Kopf zu senken. (Klaus Kieser)
Menschen und Verbindungen

Harald Kreutzberg
Diese Seite enthält aus urheberrechtlichen Gründen nur eine kleine oder keine Auswahl an Videos.
Der vollständige Beitrag ist nach einer Registrierung im Mediawiki zu sehen.


