Über das Werk
Choreographie: Pina Bausch. Premiereensemble: Tanztheater Wuppertal (Opernhaus Wuppertal), 1977
Blaubart sitzt in einem großen, hell gestrichenen Zimmer, dessen Boden mit Laub bedeckt ist, vor einem fahrbaren Tonbandgerät und spielt wiederholt Passagen aus Béla Bartóks Oper ab. Spult zurück, hört noch einmal. In Pina Bauschs „Blaubart – Beim Anhören einer Tonbandaufnahme von Béla Bartóks Oper »Herzog Blaubarts Burg«“ erklingt allein das Finale der Oper ohne Unterbrechung. Seine Judith liegt auf dem Boden, immer wieder rennt Blaubart auf sie zu und malträtiert sie. Rohe sexuelle Energie und physische Gewalt entlädt sich in dem 1977 uraufgeführten Stück, das erstmals verschiedene Sparten zu einem genreübergreifenden Theater kombiniert und einzelne, nichtlinear erzählte Szenen montiert. Die 25 Darsteller erklimmen Wände, lassen sich fallen, schreien, keuchen, kreischen, drücken den Kopf des Partners weg, gleiten kraftlos an ihm herunter, eine Umarmung verfehlend. Hier beginnt, was dann zu einer von Pina Bauschs intensivsten künstlerischen Auseinandersetzungen wird: der Antagonismus von Mann und Frau. (Klaus Kieser)
Menschen und Verbindungen

Pina Bausch
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