Über das Werk
Choreographie: Sasha Waltz. Premiereensemble: Sasha Waltz & Guests (Sophiensäle), 1996
Für die 1996 entstandene Produktion „Allee der Kosmonauten“ hat Sasha Waltz in Berlin-Marzahn Bewohner befragt. Zehn Familien zeigten ihre Fotoalben und erzählten in mehrstündigen Gesprächen der Choreographin aus ihrem Leben, von ihren Wünschen und dem, was sie bedrückt. Aus den gesammelten Fragmenten des Plattenbau-Alltags schuf Sasha Waltz den Rahmen für ein virtuoses »Familienstück«. Die Generationenkonflikte entladen sich in artistischen Aktionen rund um ein Sofa und einen Couchtisch, geben Einblick in ein hocherhitztes, skurriles Familienleben, das nie seinen komischen Grundzug verliert. Die rasch wechselnden Szenen zwischen staubsaugender Mutter, brutalem Vater, schnüffelndem Sohn und pubertierenden Töchtern werden von der Eigendynamik der Aktionen und Requisiten vorangetrieben. Auf der Wand im Hintergrund sind Monitore eingelassen. Sie zeigen, stark verlangsamt, Bilder von Elliot Caplan mit Ansichten von Marzahn und seinen Bewohnern. (Klaus Kieser)
Menschen und Verbindungen

Sasha Waltz
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