Abraxas

Bühnenwerke · Tanzlexikon

Abraxas

Choreographie: Marcel Luipart. Premiereensemble: Bayrisches Staatsballett (Prinzregententheater), 1948

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Über das Werk

Choreographie: Marcel Luipart. Premiereensemble: Bayrisches Staatsballett (Prinzregententheater), 1948

Das Faust-Ballett „Abraxas“ in der Choreographie von Marcel Luipart war 1948 die erste große Balletturaufführung in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg – und bescherte der Szene zugleich einen politischen Skandal: Denn nach der fünften Vorstellung am Münchner Prinzregententheater setzte es der bayerische Kultusminister Alois Hundhammer ab. Ihm war der dritte Akt, in dem das Libretto von Werner Egk (er schrieb auch die Musik) eine schwarze Messe vorsah, zu sehr reale Teufelsmesse. Das Verbot machte das Ballett erst recht populär. Unter anderem kreierten Janine Charrat, Tom Schilling und Tatjana Gsovsky eigene Fassungen von der Geschichte um Faust, der seinen Pakt mit der Hölle eingeht, um wieder jung zu sein und Archisposa, die Geliebte des Satans, zu erhalten. Die Hexe Bellastriga begleitet ihn auf seinen Abenteuern am spanischen Hof und in der Hölle. Als Faust jedoch das Ausmaß seiner Verstrickungen und die Liebe zu Margarethe erkennt, erklärt er den Teufelspakt für nichtig. Im darauffolgenden satanischen Aufruhr findet das Paar den Tod. (Klaus Kieser)

Ein Faust-B, in 5 Bildern, Libretto und Musik: Werner Egk, Ch.: M. Luipart, Dek.: W, Znamenacek; UA 6.6. 1948, Bayer. Staatsoper, Prinzregenten-Th.. Münehen, mit M. Luipart, I. Kladiwowa, S. Schwarz, N. Nilanowa-Sanftleben u. a. – Egk benutzte Motive aus H. Heines Tanzpoem Der Doktor Faust. Der alternde Faust schließt seinen Pakt mit Bellastriga, einer schönen Hexe, die ihn der Erzbuhlin Archisposa zuführt, dann einem Pandämonium in der Hölle und schließlich der antiken Helena. Als er jedoeh der reinen Liebe Margaretens begegnet und aus Ekel den Pakt zerreißt, ist er wieder sein altes Selbst und zieht Margarete mit sich in den Untergang. – Da die Münchner Insz. wegen angeblichen Erregens öffentlichen Ärgernisses aus politischen Gründen nach wenigen Vorst. vom Spielplan abgesetzt werden mußte, konnte erst die Berliner Auff. am 21. 10. 1949 an der Stadt. Oper (Ch.: J. Charrat) das B. endgültig durchsetzen. Danach gehörte das oft auch in gekürzter Fassung gegebene B., dessen Titel auf die jüdische Magielehre der Kabbala verweist, über ein Jahrzehnt lang zu den populärsten dt. B.en. (—»Faust-Ballette.) Lit.: O. F. Regner / H.-L. Schneiders, in: Redanv, Batleitjührer. SluUgart 8I9KO; A., in: Die Tanzurchiv-Reihel. Hamburg 1964; M Niehaus, in: Himmel. Hölle und Trikot, München 1959. (Reclam)

Menschen und Verbindungen

C
Choreografie

Marcel Luipart.

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