Über das Werk
Choreographie: Tom Plischke, 1999
In blütenweißem T-Shirt sitzen Alice Chauchat und Martin Nachbar am Tisch. Zu Igor Strawinskys “Le Sacre du printemps” schneiden sie ihr Essen, schieben sich einen Bissen in den Mund, kauen, schlucken und beginnen wieder mit dem Schneiden. Synchron, in genau bemessener Choreographie. Synchron kleckern sie auch, und roter Saft befleckt die Shirts. Im ersten Teil von Thomas Plischkes “Events for television (again)” ist das Ritual der Nahrungsaufnahme samt Tabubruch inszeniert. Im zweiten Teil, dem ein Zitat Merce Cunninghams vorausgeht, spielen Strumpfhosen eine zentrale Rolle; sie sind über den Kopf gezogen, Männer- und Frauenbeine stecken darin. Chauchat trägt einen umgestülpten Eimer auf den Schultern und bedeckt ihre nackten Brüste; auf der Videoleinwand onaniert ein Mann. Noch sind die Aktionen selbstbezüglich; im dritten Teil dann richten sich die Performer an einzelne Zuschauer, fordern sie zur Interaktion auf, indem sie ihnen sehr nahe kommen und Gegenstände aus ihren Strumpfhosen ziehen. (Klaus Kieser)
Menschen und Verbindungen
Tom Plischke
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