Über das Werk
Choreographie: Pina Bausch; Premieretheater: Opernhaus Wuppertal, 1978
Wie somnambul bewegt sich eine Tänzerin im hellen Kleid durch den mit Stühlen vollgestellten Raum. Würde nicht ein Mann im Anzug herbeistürzen, Stühle und Tische zur Seite schleudern und ihr so im letzten Moment den Weg freiräumen, sie stieße sich unweigerlich am Mobiliar. Durch die Drehtür im Hintergrund kommt eine Frau mit roter Perücke und im Wintermantel herbei, trippelt zwischen den Stühlen umher und sieht sich an, was um sie herum passiert: die somnambule Frau, die lange in der Glastür dreht, eine zweite Tänzerin in weißem Kleid, die wieder und wieder aus der Umarmung mit einem Mann rutscht, die ein anderer arrangiert. Die entrückte Atmosphäre von Pina Bauschs „Café Müller“ (1978 uraufgeführt) vermittelt sich, zu Arien von Henry Purcell, über die Einsamkeit der beiden hell gekleideten Frauen, die wie in Trance oder spontanen inneren Eingebungen folgend ihre Aktionen vollziehen und gar nicht wahrnehmen, dass die hinzugekommene mit roter Perücke Kontakt zu ihnen aufnehmen will. (Klaus Kieser)
Menschen und Verbindungen

Pina Bausch
Diese Seite enthält aus urheberrechtlichen Gründen nur eine kleine oder keine Auswahl an Videos.
Der vollständige Beitrag ist nach einer Registrierung im Mediawiki zu sehen.


