Über das Werk
Choreographie: Mary Wigman; Premieretheater: Schauspielhaus Dresden, 1926
Mary Wigmans „Hexentanz“ (1926) verdankt sich eigenen Aussagen zufolge einem ekstatischen Erlebnis. Im nächtlichen Tanz visualisierte sich ein »dämonischer« innerer Vorgang, dem sie in der Figur der Hexe strenge äußere Form verlieh: Im gemusterten schulterfreien Kleid, barfuß, eine Maske vor dem Gesicht, sitzt Mary Wigman auf dem Boden, die Beine angezogen, die Hände gitterartig vor dem Kopf verschlungen. Plötzlich schnellen die Hände mit krallenartig gebogenen Fingern nach oben, werden wieder zurückgezogen. Eruptiv fahren Bewegungsgesten aus ihr heraus, trommeln die Füße auf den Bogen, kommt der ganze Körper ins Schwingen und die Tänzerin auf die Füße. Akzentuiert wird das spannungsvolle Stück von den Becken- und Gongschlägen der nachträglich von Will Goetze beigesteuerten Komposition. Bereits 1914 hatte Mary Wigman einen „Hexentanz“ choreographiert, 1934 schuf sie einen dritten für ihre Gruppe. Der zweite „Hexentanz“ wurde zu einem ihrer erfolgreichsten Stücke (rekonstruiert von Arila Siegert und Sylvie Guillem). (Klaus Kieser)
Menschen und Verbindungen

Mary Wigman
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