Über das Werk
Choreographie: Urs Dietrich, 1995
Beinahe nackt liegt er auf dem Boden. Ein Bündel Mensch, im flackernden Licht einer Alarmleuchte, Sirenengeheul pfeift ihm um die Ohren, später tickt das monotone Fallen eines Wassertropfens. Allmählich arbeitet sich das Wesen hinauf in den aufrechten Stand und Gang, dann verlangt es ihn nach Unterhemd, Schuhen, Hose. Das eindringliche Solo “Da war plötzlich … Herzkammern” von Urs Dietrich entstand 1995. Es thematisiert Zwischenstufen und Grenzüberschreitungen zwischen Realität und Traum, Humor und Verzweiflung, Selbstbehauptung und Selbstverlust, zwischen Mann und Frau. Auf einem Hocker sitzend, probiert Dietrich automatenhaft verschiedene Posen der Selbstpräsentation. Im letzten Teil steigert er sich vom unsicheren Tritt in einen raumfüllenden Tanz – gefährlich nahe kommt er dabei den am Bühnenrand aufgestellten Flaschen. Klirrend kippen sie um, dann fällt er zwischen sie, richtet sich mühsam wieder auf, wieder fällt er, bis er auf dem Rücken liegen bleibt, die Beine in der Luft. (Klaus Kieser)
Menschen und Verbindungen

Urs Dietrich
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